6 Tipps, wie Du wirklich dranbleibst, auch wenn Du viel um die Ohren hast

6 Tipps, wie Du wirklich dranbleibst, auch wenn Du viel um die Ohren hast

Weißt Du, was seit ein paar Tagen bei mir los ist? Die Leiste ist repariert! Und zwar die an meinem Körper Vor einer Woche durfte ich mich nämlich einer Leistenbruch-OP unterziehen und seitdem ist Schonen angesagt. Das bedeutet konkret, dass meine tägliche Morgenroutine aus Journaling, Yoga und Meditation flachgefallen ist. Moment mal, magst Du jetzt denken, Yoga – ok, aber wieso kann sie nicht schreiben oder meditieren nach der OP? Und damit hast Du ja sowas von Recht. Ich habe tatsächlich kurz geschwächelt … 

Woher kam das Problem mit dem Dranbleiben?

Es war so ein Mix aus Schmerzen, allgemeiner Unlust, früher Arzttermine und dem Gedanken „Ach, das wird schon nicht so schlimm sein, wenn ich meine Routine mal ein paar Tage unterbreche“, der mich dazu bewogen hat, meinen Morgen anders anzugehen. Aber ich hatte falsch gedacht und das hat mir mein Körper auch gezeigt. Nach ein paar Tagen kam es, wie es kommen musste: Ich stellte fest, dass es mir schlecht damit geht! Mir fehlte etwas, meine Tage liefen weniger rund ab, und ich fühlte mich allgemein nicht so in meiner Mitte.

Deswegen teile ich in diesem Artikel 6 Tipps mit Dir, wie Du wirklich an einer Sache dranbleiben kannst. Oder wie Du nach einem kurzen Durchhänger (so wie bei mir) wieder durchstarten kannst.

1) Regelmäßigkeit

Gerade am Anfang, wenn Du eine neue Aktivität in Dein Leben bringen willst (ganz gleich, was es ist), brauchst Du eine regelmäßige Beschäftigung damit. Regelmäßigkeit heißt dabei nicht, ein paar Mal im Monat. Regelmäßigkeit bedeutet am besten täglich. Ja, ich weiß, das kann hart sein. Und natürlich hängt es von der konkreten Sache ab, die Du in Dein Leben integrieren willst.

Wenn Du z. B. wieder mit Sport anfangen willst, dann bedeutet das natürlich nicht, dass Du ab sofort täglich Sport machen sollst. Das ist für den Körper auch gar nicht so gut, da dieser auch Regeneration braucht. Nehmen wir also mal an, Du willst zwei Mal die Woche Sport treiben. Was machst Du an den übrigen Tagen? Schokolade in Dich reinstopfen, Dich null bewegen und hoffen, dass der Sport-Tag noch möglichst lange auf sich warten lässt? Das wäre nicht so sinnvoll. Besser ist es, wenn Du Dich an den sportfreien Tagen bewusst regenerierst, z. B. durch eine Massage oder ein Vollbad. Du kannst außerdem Literatur rund um Deine neue Sportart lesen, Dich an der frischen Luft bewegen und Dich mental darauf einstellen, dass es bald wieder aktiv losgeht. So schaffst Du es, Dich täglich damit zu beschäftigen, ohne täglich wirklich Sport zu treiben. Du kannst die Dosis also anpassen, solltest aber Deinen Geist positiv auf diese neue Gewohnheit einstellen.

Wenn ich selbst davon spreche, dass ich täglich Yoga praktiziere, dann bedeutet das auch nicht, dass ich jeden Tag eine volle Yogaklasse (90 Min.) durchpowere. Das würde ich zeitlich und auch körperlich niemals schaffen, und Dir geht es da bestimmt ähnlich. Aber es bedeutet, dass ich jeden Morgen meine Matte ausrolle. Und wenn es für 10 Minuten ist. Und wenn ich das mal einen Tag nicht tue (was ab und zu mal vor kommt), habe ich meinen Geist trotzdem darauf trainiert, dass es morgen wieder weitergeht. Denn Verstand und Körper wissen, dass wir das gemeinsam täglich machen.

2) Nicht zu viel auf einmal

Du solltest Dich also regelmäßig damit beschäftigen, damit eine Routine sich in Deinem Leben einnisten und so wirken kann. Das bedeutet natürlich auch, dass Du dieser Sache Zeit einräumen darfst. Und das wiederrum bedeutet, dass Du nicht zu viel auf einmal starten solltest. Außer Dir ist generell langweilig und Du brauchst nicht arbeiten, weil Du reich geerbt hast. Aber sollte das auf Dich nicht zutreffen, wäre mein Tipp, nur mit einer Sache auf einmal loszulegen.

Wenn Du mit mehreren Sachen startest, dann ist die Gefahr, dass Du alles ein bisschen machst, aber sich nichts so richtig festsetzt. Dadurch entsteht das berühmte „3 Schritte vor, und 2 zurück“. Du willst dann zu viel auf einmal und am Ende stehst Du zwar besser da als vorher, aber fühlst Dich trotzdem wie ein Versager, da Du nicht alles geschafft hast.

Auch meine Routinen, z.B. Journaling, Yoga und Meditation morgens, haben sich nach und nach entwickelt. Gestartet habe ich mit Yoga, was mir leicht fiel, da ich zuvor schon viel allein geübt hatte. Nach ein paar Monaten kam dann das Meditieren dazu. Und wieder einige Monate später das Schreiben. Und so setzte sich mit der Zeit mein momentanes Best Practice am Morgen durch.

3) Der passende Zeitpunkt

Wenn Du etwas verändern willst, dann finde den passenden Moment dafür. Wann das ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Der eine startet ab dem 1. Januar als Neujahrsvorsatz, und es funktioniert. Bei dem anderen ist es irgendein beliebiger Tag im Jahr, und es klappt. Und wieder ein anderer beginnt zu einer „Un-Zeit“, z. B. an Weihnachten damit, und das passt auch. Entscheidend ist, dass Du den Zeitpunkt findest, an dem Du in einer guten Veränderungsmotivation bist. Diese Motivation wird dadurch ausgelöst, wenn Du Dich in Deinem aktuellen Zustand unwohl genug fühlst.

Nehmen wir mal an, Du möchtest ein paar Kilo abnehmen und wir stehen kurz vor den letzten Tagen des Jahres (so wie jetzt gerade). Natürlich kannst Du Dir sagen, dass Du die Feiertage noch mal so richtig mitnimmst. Wenn Du aber schon weißt, dass sich Dein Essverhalten danach verändern wird, fällt es Dir wahrscheinlich schwer, diese Zeit noch mal richtig zu genießen (außer Du kannst sehr gut verdrängen). Du könntest also genauso gut schon jetzt mit kleinen Anpassungen starten, und Dich dann umso besser fühlen, weil Du in dieser Zeit durchgehalten hast.

Wenn Du zukünftig weniger Stress in Deinem Leben haben möchtest, kannst Du natürlich warten, bis es in Deinem Leben etwas ruhiger ist, um Dich mal in Ruhe damit zu beschäftigen. Dieser Zeitpunkt wird aber vermutlich nie eintreten. Und wenn es doch mal ruhiger werden sollte, bist Du zu diesem Zeitpunkt garantiert nicht motiviert, an Deinem Stresspegel zu arbeiten. Wieso auch? Es ist ja gerade nicht stressig. Du solltest also besser jetzt direkt mit kleinen Übungen anfangen, auch und gerade wenn es sehr voll bei Dir ist.

Deswegen geht diese Taktik des Wartens häufig am Ziel vorbei. Wenn Du wartest, ist Deine Motivation, wirklich etwas zu verändern, nicht besonders hoch und Du raffst Dich dann nicht auf, es wirklich zu tun.

4) In den Körper spüren

Besser ist es, bewusst in den eigenen Körper zu spüren, wann er bereit ist, eine neue Gewohnheit zu integrieren. Dein Körper wird Dir signalisieren, ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist. Die Hinderungsgründe, wie z.B. im Moment ist es einfach zu stressig, sind tatsächlich einfach gute Ausreden, die Du von Deinem Ego serviert bekommst. Dein Ego will Dich in Deiner Komfortzone halten. Ich nenne diese gerne Kuschelzone, denn meistens haben wir uns in diesem Verhalten besonders kuschelig eingerichtet. Sofa, TV, Häuslichkeit oder auch ein übervoller Terminkalender und zu viele Baustellen, die Du gar nicht alle abarbeiten kannst (außer Du hast mehr als 24 Stunden am Tag, aber dann verrate mir bitte Dein Geheimnis). Wenn Du jetzt innerlich einen Grund hörst, warum Du nicht loslegen solltest, dann ist es Dein Ego, was nicht zugeben will, dass das bestehende Verhalten auch Nachteile hat (wie z.B. dass Du mit zu viel Stress Deinen Körper und Deine Gesundheit schädigst – egal, wie geil das Gefühl sein kann, wenn man mal wieder ordentlich was geschafft hat und viele Leute zufriedengestellt hast).

Wenn Du in Deinen Körper hineinspürst, versuche das also vollkommen unabhängig von äußeren Faktoren zu machen. Versuche mal für einen Moment den Kopf auszuknipsen und gehe in einen inneren Dialog. Befrage Deinen Körper, Deine Intuition, ob und was Du verändern sollst, damit es Dir wieder besser geht. Frage ihn, ob jetzt ein guter Moment ist, um damit zu starten.

In den Körper zu spüren ist auch wichtig, wenn Du schon mitten drin bist. Wie fühlt es sich an mit 2x die Woche Sport, mit täglichem Yoga oder mit einer bestimmten Entspannungsübung? Wie geht es Dir mit Journaling, dem bewussten Nein-Sagen oder einer neuen Art über eine Sache zu denken? Auch hier gibt Dir Dein Körper wertvolles Feedback und damit die Möglichkeit, Dein Leben so zu gestalten, dass es zu Dir passt.

Denn auch wenn Du mal nicht so kannst, weil Du gerade besonders anstrengende Phasen hast, spüre in Dich hinein, was Du im Kleinen trotzdem tun kannst. Es gibt gute Übungen, die nur 1 Minute dauern und in jedem körperlichen Zustand funktionieren.

5) Den eigenen Weg finden

Dein Körperbewusstsein ist stärker als alles andere, wenn Du es richtig anzuwenden weißt. Dieses Bewusstsein aufzubauen geschieht aber nicht über Nacht. Wenn Du im Moment stark im Außen verhaftest bist, also viele externe Verpflichtungen, wie Job, Familie, Kinder, … hast, braucht es seine Zeit, Dich wieder bewusst mit Deinem Inneren zu verbinden. In diesem Zeitraum, auf Deiner Reise, gibt es nur einen einzigen Weg, der wirklich funktioniert. Und das ist Dein ganz persönlicher!

Wenn ich Dir also sage oder schreibe, mache dies oder das, dann bedeutet das nicht, dass Du alles exakt so tun sollst wie ich. Natürlich kann ich Dir nur meine Erfahrungen und die meiner Kunden weitergeben, und die können sich von Deinen unterscheiden. Oder es ist noch nicht die passende Zeit dafür. Ich will Dich aber ermutigen, für Dich selbst herauszufinden, was das Richtige für Dich ist.

Ich glaube z. B., dass jede*r etwas mit Yoga anfangen kann, da es die einzige (mir bekannte) Technik ist, die Körper, Geist und Seele in dieser Art verbindet. Und ich halte sehr viel davon, in Deinem Inneren wieder eine Verbindung herzustellen und für einen Ausgleich zu sorgen. Wenn ich also davon schreibe, dann übersetze das gerne für Dich in die Sprache, die zu Dir passt. Mach unbedingt Dein eigenes Ding draus! Wenn Du z.B. joggst, Qi Gong betreibst und jeden Tag mit dem Hund gehst (Laufmeditation), dann kann das auf Dich den gleichen Effekt haben wie Yoga auf mich. Und dann kann ich nur sagen – Geil, that’s it, genauso weitermachen.

Lass Dich also von allem, was Du siehst, hörst, liest inspirieren. Und finde dann Dein eigenes Ding!

6) Verbündete suchen

Wir Menschen brauchen Austausch und gemeinsame Ziele, um am Ball zu bleiben. In der Gruppe verändert es sich also am einfachsten, denn Du merkst, dass Du nicht alleine bist mit Deinen Sorgen, Zweifeln, den Hürden, die sich ständig vor Dir auf tun. Und aus geteilter Motivation kann ein toller Team-Spirit werden, dessen Sog Du Dich nicht mehr entziehen kannst. Zudem sorgt eine Gruppe von Menschen für das nötige Commitment bei jedem Einzelnen, denn in der Gruppe bist Du eher motiviert, Deine gesetzten Ziele auch wirklich durchzuziehen. Dadurch, dass wir Menschen dazu neigen, uns nicht „blamieren“ zu wollen, entsteht etwas, was man neudeutsch „Accountability“ nennt. Du fühlst Dich in gewisser Hinsicht verpflichtet, Rechenschaft darüber abzulegen, was Du getan oder eben nicht getan hast. Und in Phasen des Zweifelns, wenn Du kurz davor bist, das Handtuch zu werfen, bekommst Du aus der Gruppe Support, damit Du am Ball bleibst.

Entscheidend ist also, dass Du Dich mit Menschen umgibst, die Ähnliches wollen. Willst Du Dich selbständig machen, brauchst Du ein neues Netzwerk von Selbständigen. Willst Du abnehmen, können wöchentliche Weight Watchers-Treffen helfen. Willst Du die Anspannung in Deinem Leben endgültig loswerden und Dich zu Deinem Dein Next-Level weiterentwickeln, brauchst Du Menschen um Dich herum, die das ähnlich attraktiv finden wie Du.

Wenn Du mit etwas Neuem beginnst, dann ist es gnadenlos einfach, Dir speziell darüber Informationen zu besorgen. Egal, ob Kochrezepte, Sportübungen oder Mindset-Tipps – Du kannst heutzutage alles darüber im Netz oder in der Buchhandlung finden. Es gibt zig Podcasts, Blogs oder Bücher zu wirklich (fast) jedem Thema auf der Welt. Was Du aber dort nicht findest, ist die Verbindung von dem, was Du an Informationen konsumierst, zu Deinem eigenen Leben. Neue Dinge in Deinem Leben müssen gedanklich erstmal eingeschliffen werden, damit sie in Dein tägliches Tun übergehen.

Fazit

Nachdem ich festgestellt habe, dass mir meine fehlende Morgenroutine nicht gut tut, habe ich mich schnell dazu motiviert, sie wieder aufzunehmen. Auch wenn ich aktuell kein Yoga machen darf, standen also heute Morgen wieder Journaling und Meditation auf dem Programm. Und damit geht es mir deutlich besser! Ich weiß aber auch, wie schnell einen Dinge aus dem Alltag davon abhalten können, in Bewegung zu kommen und im Fluss zu bleiben.

Photo by Shannon Whittington on Unsplash

5 Kommentare
  1. Sandra Liane Braun
    Sandra Liane Braun sagte:

    Liebe Sandra,
    ich weiß genauuuuuu wovon du hier schreibst 😊 Ich „schwächel“ im Moment bei meiner täglichen Meditation. Ein Grund dafür ist, dass ich keine echte Routine habe. Ich habe schon morgens, mittags und abends ausprobiert 😉 Mich interessiert, wann DU morgens aufstehst, um deine Morgenroutine zu starten. Und wie lange dauert sie?

    Liebe Grüße
    Sandra

    Antworten
    • Sandra Lotz
      Sandra Lotz sagte:

      Liebe Sandra,

      genau das ist im Moment auch mein Schwachpunkt … Ich vermisse einfach nach der OP mein tägliches Yoga, was mich immer ideal auf das Meditieren vorbereitet.
      Aber bald wird meine Leiste sicherlich wieder mitmachen 🙂

      Was sagt Dir denn Dein Bauch, wann Deine ideale Zeit zum Meditieren ist? Ich glaube, ob einem morgens, mittags oder abends leichter fällt bzw. besser tut, spürt man 🙂

      Ich stehe für gewöhnlich gegen 7:30 Uhr auf und sitze gegen 10:00 Uhr fertig “gestylt” am Schreibtisch. Dazwischen finden dann alle morgendlichen Aktivitäten statt.
      Hatte mir überlegt, dazu einen gesonderten Artikel zu machen, in dem ich auf die Details, Tricks, Hürden etc. eingehe.
      Würde Dich das interessieren?

      Alles Liebe
      Sandra

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Ich selbst bin überhaupt kein Fan von den klassischen „guten Vorsätzen“. Nachdem ich aber im Dezember OP-bedingt etwas eingerostet war, habe ich mir zum Jahreswechsel doch das eine oder andere vorgenommen. Und mir fällt immer wieder […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Ich stimme der Datenspeicherung zu.