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Wenn berufliche Unzufriedenheit auf ein inneres Streben nach Sinn trifft, kristallisiert sich bei den allermeisten Menschen eine Frage hervor: Könnte die Suche nach meiner persönlichen Berufung mein Dilemma lösen? Würde ich nicht viel zufriedener sein, wenn ich endlich wüsste, was beruflich “meins” ist? 

Und weißt Du was? Das kann ich mega gut verstehen.

Des Pudels Kern …

  1. Die heutigen Arbeitsbedingungen: Menschen als Human Resources. Gläserne Decken. Chef-Egos. Powerpoint-Schlachten. Arbeiten für die Tonne. CC- und BCC-Kriege. Ständige Anwesenheiten. Mangelndes Vertrauen. Und noch viel mehr. Wer in einem “modernen” Unternehmen, vorzugsweise im Konzern oder in ähnlichen Unternehmensstrukturen, arbeitet, ist gefangen. Und zwar in allererster Linie in unsinnigen Entscheidungen, die mit dem, was wirklich wichtig ist, ziemlich wenig zu tun haben. Dafür aber viel damit, ob es dem nächsthöheren Vorgesetzten damit gut geht. Und dem nächsten. Und wieder dem nächsten.
  2. Die eigene Persönlichkeit: Manche Menschen sehnen sich mehr nach Sinn im Leben als andere. Zwar ist der Wunsch, sinnvoll seine Zeit zu verbringen, generell in uns allen angelegt. Denn unser Inneres, unsere Seele, wünscht sich eine Aufgabe von Bedeutung. Diese kann aber unterschiedlich ausgelegt werden. Und viele Menschen können dies unterdrücken und stellen andere Dinge, wie z. B. die (vermeintliche) Sicherheit, eine gute Bezahlung oder Ablenkung von Privatem in den Vordergrund. Zudem neigen vor allem Menschen mit Hochsensibilität bzw. Vielbegabung (auch Scanner-Persönlichkeiten genannt) dazu, an mangelndem Sinn innerlich zugrunde zu gehen.

Kommt nun beides zusammen – die eigene Persönlichkeit sowie ungünstige Arbeitsumstände – bringt einen dies oft an den Rande dessen, was erträglich ist. Burn Out & andere Erkrankungen können die Folge sein.

In der Krise fangen viele Menschen an, sich stärker mit sich selbst bzw. einem neuen Job zu beschäftigen. Und stolpern darüber, zukünftig nicht nur “irgendeinen” Job auszuüben, sondern die eigene Berufung zu leben. Berufung klingt verheißungsvoll: Leben ohne jemals wieder arbeiten zu müssen. Sein Hobby zum Beruf machen. Mit Freude und Leichtigkeit zu wirken. Und so weiter.

Was ist eigentlich die Berufung?

In dem Begriff „Berufung“ steckt das Wort „Ruf“. Eine Berufung bringt nämlich zwei Dinge zusammen: Den Beruf selbst. Und den Ruf in Dir, was Du wirklich hinaus in die Welt tragen möchtest. Dein persönliches Warum. Deine Motivation hinter dem, was Du tust. Was Dir so wichtig ist, dass Du dafür einstehst.

Eine Berufung ist demnach mehr als irgendein Job. Es ist eine bewusste Entscheidung, ein berufliches Leben zu leben, welches zu Dir passt und in dem Du Deiner Individualität Ausdruck verleihst. Um Deine Berufung zu finden, begibst Du Dich auf die Suche danach, wer Du eigentlich bist. Und zwar nicht nur an der Oberfläche. Sondern im Tiefgang. Und dann kannst Du mit all dem auch draußen sichtbar werden.

Wie gut kennst Du Dich selbst?

Stärken, Lebensmotive, Deine Persönlichkeit und die eigenen Bedürfnisse. Das und noch viel mehr ist Deine Basis für ein gutes, zufriedenes Arbeitsleben. Denn wenn Du Dich selbst gut kennst, kannst Du Deinen Beruf auch so wählen, dass er zu Dir passt. Du kennst Deine Stärken nicht so wirklich? Ganz normal! Oftmals sind uns unsere eigenen Stärken nicht bewusst. Das liegt daran, dass wir häufig bescheiden erzogen wurden und nicht gelernt haben, offen über das zu sprechen, was uns ausmacht.

Und im Angestelltenjob erhalten wir leider oft nur Rückmeldungen über das, was wir nicht so gut gemacht haben. Nicht geschimpft ist genug gelobt – an dieses Prinzip halten sich immer noch viele Führungskräfte. Was wir gut machen, wird stillschweigend zur Kenntnis genommen und vorausgesetzt. Was wir nicht so gut können? In diese Wunde legt der Chef seinen Finger. So trainieren wir regelmäßig, unser Mindset negativ auszurichten: Nämlich wie wir unsere (vermeintlichen) Schwächen ausmerzen können. Wirklich förderlich ist das nicht. Denn in etwas, was uns nicht in die Wiege gelegt wurde, werden wir niemals Bestleistungen bringen.

„Wer seine Stärken stärkt, wird erfolgreich.“ (Prof. Dr. Malik, St. Gallen)

Natürlich darfst Du Dir hin und wieder dennoch die eine oder andere Sache vorknöpfen, die Du noch nicht so gut beherrschst. Vielleicht brauchst Du eine bestimmte Fähigkeit auch dazu, um Deinen Traumjob in die Tat umzusetzen. Doch grundsätzlich sollte Dein Fokus auf Deinen Stärken liegen.

Für die Suche nach Deinem neuen Job solltest Du Dich im ersten Schritt auf das konzentrieren, was Du jetzt schon gut kannst. Auf die Talente und Kompetenzen, die Du bereits mitbringst. Auf Dinge, die Dir leicht fallen. Auf das, was Du auch tun würdest, wenn Du dafür kein Geld bekommen würdest.

Wo stehst Du gerade persönlich?

Kennen wir uns selbst schon gut und wissen, was wir wollen, sollten wir auch innerlich für die nächsten Schritte bereit sein. Innerliches Wachstum entsteht aber nicht über Nacht. Fast immer braucht es anfangs eine bewusste Entscheidung dafür, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Und nicht die Schuld auf den Chef, den Vorstand, den Partner oder die schlimme Vergangenheit zu schieben.

Um Deine Berufung ausleben zu können, brauchst Du eine starke, klare Persönlichkeit. Dein Warum muss in erster Linie Dich selbst überzeugen (dann überzeugst Du jeden damit). Deine Motivation darf groß sein. Vielleicht hast Du Dir darüber bis heute noch keine Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt, ist auch das normal. Denn die eigenen Stärken auszuleben und wertzuschätzen, lernen die wenigsten Menschen in der Schule. (Im Gegenteil, unser System ist leider eher so ausgelegt, dass wir VERlernen, was uns im Idealfall im Kindesalter von unseren Eltern beigebracht wurde.)

Je nachdem, an welchem Punkt Du gerade stehst, sind es vielleicht noch einige Schritte bis du Dein Potenzial stärker entfalten und leben kannst. Vielleicht sind es zu viele, um diese parallel zu einem ungeliebten und frustrierenden Job zu tun. Vielleicht solltest Du schnellstmöglich raus aus diesem Umfeld, bevor noch Deine letzten Energiereserven schwinden. Es gibt viele Gründe, sich genau anzuschauen, wo Du persönlich derzeit stehst und wie “krass” der nächste Schritt sein darf.

Die Angst vor der eigenen Berufung

Irgendwann stolperst Du darüber, dass Du Deine Berufung finden solltest, um endlich, endlich im Job zufrieden zu sein. Eine Berufung scheint groß und überdimensioniert. Du willst sie. Aber Du hast Angst. Große Angst.

Und was passiert?

Du verharrst vor der Berufung, wie das Kaninchen vor der Schlange. Und rührst Dich keinen Millimeter weg.

Du bist blockiert. Siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Fragst alle möglichen Menschen um Rat. Da aber in Deinem Umkreis quasi niemand seine Berufung lebt, kann Dir dort auch niemand weiterhelfen.

Möchtest Du nun ewig im jetzigen Job verharren, der Dich so unzufrieden macht? Das wäre doch total kontraproduktiv, oder? Und das alles nur, weil Du Deine Berufung heute noch nicht klar erkennen kannst? Oder weil Du sie zwar vor dir siehst, aber innerlich noch nicht so weit bist?

Die Lösung könnte sein: Ein Zwischenjob

In diesem Fall tust Du Dich einfach leichter, wenn Du Dir eine Art Zwischenjob suchst. Einen Job, der Dich deiner Berufung schon einen großen Schritt näherbringt. Der Dir den notwendigen Raum und die Zeit für Deine persönliche Entwicklung lässt.

Dieser Zwischenjob soll natürlich auch möglichst gut zu Dir passen. Deswegen schaue Dir genau an, wie Du persönlich tickst, was für ein Mensch Du bist und was Du beruflich willst. Und natürlich soll ein neuer Job auch Deine Komfortzone erweitern und Dich persönlich fordern. Aber „fordern“ meint nicht „überfordern“.

Ein Zwischenjob kann also ein Teilzeit-Job oder ein Job sein, der thematisch dem Traumjob schon näherkommt. Diese Variante ist genauso nützlich, denn sie bringt Dich auf deinem Weg weiter und berücksichtigt dabei die aktuellen Umstände. Wichtig: Die Rahmenbedingungen müssen passen. Selbst wenn Du weißt, was du willst, und Dich auch im Inneren vorbereitet fühlst, so gibt es manchmal Umstände, die bestimmte Schritte (noch) nicht zulassen. Das ist ganz oft ein Mindset-Ding (also ein Ding der inneren Haltung bzw. inneren Überzeugungen). Das heißt, Dein gedanklicher Raum für Lösungen ist so klein, dass Du das nicht siehst, was Du eigentlich erreichen könntest. Daran kannst Du arbeiten und Dir z. B. Unterstützung suchen.

Aber auch in dem Wissen, dass Du noch größer denken könntest, darfst Du Zwischenschritte machen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, z. B. dass Du finanzielle oder andere Verpflichtungen hast. Oder dass Du nicht weißt, ob Du in den nächsten Jahren die Zeit aufbringen kannst, um eine Selbständigkeit kontinuierlich aufzubauen.

Die Grenze ist schmal, wird gerne mal überschritten. Und solltest Du sie in Dir wahrnehmen, höre auf Dich – egal, was andere sagen.

Übrigens: Ein Zwischenjob kann auch eine Selbständigkeit im alten Beruf sein. Zum Beispiel als Freelancer im Projektmanagement, als Unternehmensberater oder im Online-Marketing. Das reicht für viele auch schon. Andere spüren irgendwann, dass sie weitergehen wollen.

Oder gleich in die Vollen: Das eigene Business

Wer sich länger mit dem Thema Berufung auseinander setzt, ahnt es schon. Den für uns perfekten Job finden wir häufig nicht in der Festanstellung. Und auch nicht in einem 08/15 Selbständigkeit, die Deine persönlichen Bedürfnisse nicht berücksichtigt. Wenn Dir als Unternehmensberater in der Festanstellung der Sinn gefehlt hat, fehlt dieser Dir höchstwahrscheinlich in der Selbständigkeit auch.

Die Lösung ist hier, ein eigenes Expertenbusiness zu entwickeln. Ein Expertenbusiness stellt Dein persönliches Wissen in den Vordergrund und kombiniert oft unterschiedliche Bereiche, die Dir alle wichtig sind. Ich z. B. habe mein eigenes Business rund um die Bereiche Business und Personal Development geschaffen, weil ich beides wichtig finde und meine Fähigkeiten zusammen bringen will. Auch meine Kundin Anja ist ein Beispiel dafür.

Die Suche nach der eigenen Berufung muss also nicht immer aus dem Angestelltenjob starten. Auch als Selbständiger kann Dir etwas in Deiner heutigen Tätigkeit fehlen, was Du noch vermisst.

Zwischenjob oder Business?

Es gibt Menschen, die springen einfach in ihr neues Leben. Diese Menschen haben alle gemeinsam, dass sie darauf vertrauen, den Weg beim Gehen zu entwickeln. Sie haben meist genug Selbstvertrauen, Mut und den Glauben daran, dass sie es schaffen können. Von außen sieht es übrigens meist leichter aus als es ist ;-)

Und es gibt Menschen, die lieber den Zwischenjob wählen, und sich dann nebenberuflich dem eigentlichen Ziel – dem eigenen Business – nähern. Sollte es so sein, hadere nicht damit. Deine Zeit wird kommen, wenn es besser passt. Das ist eben Dein Weg.

Und vielleicht ist der vermeintliche Zwischenjob auch Deine Endstation, weil Du Deine Berufung im Ehrenamt oder in der Familie ausübst. Auch das kommt häufig vor und ist voll ok.

3 Tipps, um Deine Berufung ohne Druck zu finden

  1. Die Macht der kleinen Schritte (auch Mäuseschritte oder Baby-Schritte genannt): Wenn Du innerlich wie äußerlich in Bewegung bleibst, bekommst Du regelmäßig Rückmeldung auf Dein Tun. Von anderen. Aber in erster Linie von Dir selbst, in dem Du hinein spürst, was sich gut für Dich anfühlt. Eine Berufung lässt sich nicht auf der grünen Wiese planen. Deswegen fange an und tue etwas. Und schaue, was es mit Dir macht.
  2. Vertraue Dir selbst und Deinem Weg: Ja, es gibt diverse Überschneidungen zwischen den Menschen, die sich auf den Weg zu ihrer Berufung machen. Diese Ähnlichkeiten habe ich in diesem Artikel für Dich dargestellt. Aber letztendlich ist jeder Weg ein individueller – nämlich Deiner. Hab also Vertrauen, dass Du auf Deinem Weg richtig bist. Auch wenn Du schon gefühlte 1.000 Jobwechsel durch hattest (Hinweis auf eine Scanner-Persönlichkeit) oder Du nicht mehr daran glaubst, einen Job zu finden, der Dich nicht ständig überlastet (Hinweis auf Hochsensibilität). Am Ende macht alles Sinn. Jeder Wechsel. Jede Verletzung. Jeder Input. Jeder Schmerz.
  3. Hole Dir Unterstützung: Wenn Du mit diversen Büchern arbeitest, aber nichts “Richtiges” erkennst. Wenn Du bei Instagram Menschen folgst, die Du insgeheim bewunderst. Oder wenn es Dir so schlecht geht, dass Du am liebsten jeden Tag kündigen möchtest. Dann solltest Du Dir unbedingt Hilfe von einer erfahrenen Person holen. Jemand von außen blickt mit einem neutralen Blick auf Dein (Berufs-) Leben und kann Dir so helfen, den roten Faden zu identifizieren. Denn in den allermeisten Fällen ist die Berufung schon viiiieeeel früher im Leben erkennbar, wenn man weiß, worauf man achten muss ;-) Es gibt also keinen Grund, da alleine durch zu müssen. Ein Coach mit Spezialisierung Business, Job oder Berufung ist die richtige Anlaufstelle, um Dein Gedankenwirrwarr zu entwirren und endlich Klarheit über den nächsten beruflichen Schritt zu bekommen.

Fazit

Lass Dich von dem Begriff Berufung also nicht unter Druck setzen. Nimm die Berufung als Ansporn, einen Beruf zu finden, der zum jetzigen Zeitpunkt zu Dir passt und Dich erfüllt. Auch wenn Du jetzt schon weißt, dass dieser Job das nicht für immer tun wird.

Wenn Du Unterstützung brauchst, melde Dich gerne hier zu einem kostenlosen Telefonat mit mir an. Wir sprechen dann gerne darüber, wo Du gerade stehst und was Dir auf Deinem Weg in den Traumjob hilft.

 

(Photo by John Canelis on Unsplash)

Ab und zu gibt es im Leben diese Momente, wo Du spürst, dass etwas Größeres ansteht. Etwas in Dir zieht sich zusammen, und plötzlich hast Du einen Impuls, den Du einfach nicht wegdrücken kannst. Genauso einen Moment hatte ich am 24. Mai 2018 gegen 17 Uhr.

Es war ein vollkommen unspektakulärer Tag. Ich befand mich gerade im Auto auf der A7, der DSGVO-Wahnsinn lag hinter mir und abends stand das Topmodel-Finale an. Und doch passierte in diesem Moment etwas mit mir.

Etwas Größeres – das kann ein Jobwechsel, der Aufbau einer Selbständigkeit oder die Trennung vom Partner sein. Bei mir war es einfach ein Schild auf der Autobahn: Hannover. Die Stadt, in der ich 10 Jahre lang gelebt, geliebt, gelacht, geweint und gefeiert hatte. Eine Stadt, in der ich nicht geboren bin, die ich aber dennoch als Heimat bezeichnen würde. Meine Herzensheimat.

Es ist zu diesem Zeitpunkt fast 7 Jahre her, dass ich weggezogen war. Ich wollte in dieser Zeit nie zurück. Besonders oft hatte ich Hannover in den Jahren auch nicht besucht. Irgendwas hielt mich immer davon ab. Tausend Aktivitäten, die Entfernung, eben das volle Leben. Bis ich an diesem späten Donnerstagnachmittag auf dem Weg zu meiner Familie war. Und plötzlich am ganzen Körper merkte: „Scheiße, hier passiert gerade was. In mir. Und das kann und will ich nicht ignorieren.“

Klar, dieses Gefühl hätte ich wegdrücken können. Aber würde ich mich dann nicht selbst bescheißen? Also ging ich ab diesem Moment achtsam durch die Welt und beobachtete sehr genau. Was sollte mir dieses Gefühl sagen?

Ich ging auf die Suche …

Intuition

Mir war sofort klar, dass in diesem Moment auf der Autobahn meine Intuition zu mir gesprochen hatte. Sie signalisierte mir, dass hier etwas geschehen würde, was mit dieser Stadt in Verbindung steht. Sie zeigte mir auch, dass es etwas Größeres sein würde.

Vielleicht hätte ich meine Intuition gar nicht erkannt, wenn ich nicht schon längere Zeit trainiert hätte, sie wahrzunehmen. Im hektischen Alltag verlieren wir sie oft, drücken sie weg, ignorieren sie. Und dennoch ist unsere Intuition immer da. Jeder Mensch hat sie in sich.

Deswegen wusste ich auch sofort, dass mir dieses Gefühl etwas Wichtiges mitteilen wollte. Und dass ich schön doof wäre, nicht darauf zu hören.

Signale

Ab diesem Moment war ich besonders achtsam unterwegs. Ich achtete auf Zeichen und beobachte meine Reaktionen und meine Gefühle. Vollkommen überraschend traten Menschen in mein Leben, die mir Hannover von einer neuen und doch auch vertrauten Seite zeigen sollten. Plötzlich traf ich alte Bekannte wieder, die ich mit meinem Wegzug zurückgelassen hatte.

Und mir wurde auch klar: Die Kontakte mit alten Hannoveraner Freunden und Bekannten, die seit einigen Monaten wieder zugenommen hatten, waren kein Zufall gewesen. Die Stadt hatte mich schon lange gerufen.

Wünsche

Und plötzlich merkte ich auch, dass ich meine Familie und alte Freunde vermisste. Das vertraute Niedersachen. Mein altes Lieblingsviertel in Hannover.

Mein bisheriger Wohnsitz passte mir plötzlich nicht mehr. Zu laut. Zu fremd. Zu „hessisch“. Immer öfter ertappte ich mich dabei, dass ich betonte, dass ich Niedersächsin sei und deswegen leider xyz nicht verstehen/nachvollziehen/tun whatever könnte. Ich spürte, wie sehr ich meinem Heimat-Bundesland verbunden war.

Entscheidung

Als ich all das wahrgenommen hatte, wurde mir klar: Das Ding war entschieden! Nur mein Ego war noch nicht ganz einverstanden und lamentierte rum. Ein Umzug sei zu teuer, jetzt hatte ich mich doch gerade im Rhein-Main-Gebiet eingelebt, in Hannover würde ich doch auch keinen mehr so richtig kennen.

Ich nahm es liebevoll in den Arm und sagte ihm, dass wir auf mein Herz hören würden, ich ihm aber versprechen würde, den Umzug so gut zu managen, wie ich alle großen Projekte und Themen manage – ob es einverstanden sei? Und so hatte ich schnell mein OK. Denn eigentlich will unser Ego ja auch nur unser Bestes.

Herz & Verstand

Und so stand der Plan: Mein Herz hatte entschieden – ich würde nach 7 Jahren Abwesenheit nach Hannover zurückgehen. Und mein Verstand übernahm auch eine sehr wichtige Aufgabe. Er wurde verantwortlicher Projektleiter für den Umzug. So waren alle Seiten in mir zufrieden.

Trägst Du Dich auch mit einer großen Entscheidung?

Oft laufen wir vor großen Entscheidungen weg, da uns insgeheim absolut bewusst ist, dass diese eine enorme Tragweite haben. Und bevor wir uns falsch entscheiden, entscheiden wir uns lieber gar nicht – in der Hoffnung, dass wir dann alles richtig gemacht haben.

Das Problem ist aber, dass eine nicht getroffene Entscheidung trotzdem bedeutet, dass Du Dich entschieden hast. Denn auch wenn Du Dich FÜR etwas entscheidest, so bedeutet das automatisch, dass Du Dich DAGEGEN entschieden hast.

4 Schritte auf dem Weg zur Entscheidung

Wenn eine große Entscheidung ansteht, gibt es 4 Dinge, die Du tun solltest. Damit fällt es Dir wesentlich leichter, Dich zu entscheiden, und Du bekommst damit auch die innere Stärke, um diese Entscheidung durchzuziehen.

  1. Trainiere Deine Intuition: Sei Dir selbst nah und achte darauf, wie Dein Inneres und Dein Körper in bestimmten Momenten reagiert. Nimm wahr, was sich an vermeintlichen Kleinigkeiten zeigt. Klopft Dein Herz plötzlich laut? Kribbeln Deine Fuß- oder Handflächen? Hast Du ein Druckgefühl auf der Brust? Oder hast Du plötzlich einen Impuls, dass etwas wichtig sein könnte, so wie ich bei dem Autobahnschild? Indem Du bewusst solche Dinge registrierst, trainierst Du nach und nach Deine Intuition. Du richtest Dich innerlich dadurch ganz anders aus und gibst Dingen in Dir Raum, die Du vorher gar nicht wahrgenommen hättest.
  2. Baue eine Verbindung zu Deinen Wünschen auf: Sei Dir immer bewusst, was Du eigentlich vom Leben willst. Was sind Deine Werte? Bist Du ein freier Typ, der gerne unabhängig ist? Was bedeutet Freiheit genau für Dich? Oder bleibst Du gerne stecken, weil Dir Sicherheit so wichtig ist? Was macht Sicherheit speziell für Dich aus? Verstecke Dich nicht hinter Begriffen, sondern definiere diese für Dich. Welche Wünsche ergeben sich daraus? Indem Du Dich mit Dir selbst beschäftigst, Dich, Deine Wünsche und Deine Werte kennst, bist Du auch in der Lage, Entscheidungen gut vorzubereiten. Denn damit weißt Du, dass Du nah bei Dir bist, wenn Du entscheidest.
  3. Achte auf Signale und Zeichen: Das Leben ist unser Verbündeter und schickt uns regelmäßig Hinweise auf unserem Weg. Wenn Du jedoch mit Scheuklappen durch die Gegend rennst oder einfach nur zu gestresst bist, dann kannst Du sie nicht wahrnehmen. Achte also darauf, was passiert, wenn Du in einer Entscheidungsphase bist. Wen triffst Du plötzlich wieder? Wohin wirst Du getragen, ohne dass Du etwas dafür tun musstest? Welche Zeichen siehst Du, z.B. auf dem Weg, liegen? Wenn Du aufmerksam und offen bist, wirst Du sehr viel erkennen, was Dir Deine persönliche Richtung weisen wird.
  4. Lasse Dein Herz entscheiden: Unsere Gesellschaft hat uns gelehrt, dass wir am besten mit dem Verstand entscheiden sollten. Pro und Contra. Abwägen von Argumenten. Und so weiter. Verstehe mich nicht falsch, ich liebe meinen Verstand und setze ihn oft und gerne ein. Wichtig ist aber, dass Du Dir die Rollenverteilung bewusst machst. Gerade große Lebensentscheidungen, wie ein größerer Wohnortwechsel oder der Aufbau Deines eigenen Business, werden nicht im Verstand entschieden. Auch wenn wir uns das so einreden wollen. Wenn Du einmal verstanden und akzeptiert hast, dass Du Deinem Herzen folgen darfst, weil es Dich leitet und führt, dann wird es einfacher für Dich. Das ist wie in der Liebe, da vertrauen wir auch unserem Herzen.

Warum Du Dich nicht falsch entscheiden kannst

Die Angst, etwas falsch zu machen, lähmt – und führt dazu, dass Dein Leben Tag für Tag an Dir vorbei zieht, ohne dass Du Deinem Herzen folgst. Mache Dir also bewusst, dass echte Entscheidungen nicht im Kopf, im Ego, im Verstand getroffen werden. Echte Entscheidungen kommen aus Deinem Herzen. Oder wenn Du Dein Herz nicht fühlst, dann vielleicht auch aus Deinem Bauch.

Wenn Du Deinem Herzen die Führung in Deinem Leben überträgst, wirst Du immer richtig entscheiden. Dein Herz wird Dich niemals anlügen oder es schlecht mit Dir meinen. Im Gegenteil: Dein Herz will immer das Beste für Dich.

Wenn Du das einmal für Dich annehmen kannst, dann hast Du auch die Kraft, große Dinge in Deinem Leben zu bewegen. Egal, ob Du Dich noch einmal neu orientieren willst, z.B. im Beruf, oder woanders leben willst.

Das Bewusstsein dafür, dass Herz und Verstand wirkungsvoll miteinander arbeiten können, gibt Dir die Stärke, Deine getroffene Entscheidung durchzuziehen.

Dein Leitsatz darf lauten:

Ich stelle meinen Verstand in den Dienst meines Herzens

Du kannst also unbesorgt immer Deinem Herzen folgen. Deine Intuition leitet Dich, Signale zeigen Dir, dass Du auf dem richtigen Weg bist, Deine Wünsche erfüllen sich und Dein Verstand hilft Dir, die Pläne des Herzens umzusetzen.

Übrigens: Als ich letztes Jahr von einem Tag auf den anderen meinen Job in einer Großbank gekündigt habe, lief es genauso ab. Ich habe darauf vertraut, dass mein Herz mich in die richtige Richtung lenken wird. Und dass mein Verstand mir helfen wird, meine Vollzeit-Selbständigkeit aufzubauen. Und genauso lief es dann auch. Es geht also!

Viele Menschen machen aber leider genau das Gegenteil. Sie treffen Entscheidungen mit dem Verstand und wundern sich dann, dass sie immer wieder gegen Wände laufen und ihr Herz innerlich rebelliert. Wenn Du auch gerade ein Thema mit Dir herumschleppst, dann mache Dir also Deine innere „Rollenverteilung“ klar. Du sollst Deinen Verstand nicht ausschalten. Aber folge Deinen Wünschen und dem, was Dir wirklich wichtig ist. Auch wenn es in Form eines Autobahnschilds in Dein Leben gepurzelt kommt.

Ich bin gespannt, wie Du das siehst. Hast Du auch gerade eine große Entscheidung zu treffen? Erzähle davon gerne in den Kommentaren. Der perfekte Ort, um Dich darüber auch mit Gleichgesinnten auszutauschen, ist meine Facebook-Gruppe Erfolgreich selbständig mit dem, was Du liebst. Bist Du schon Mitglied?

Im nächsten Artikel erzähle ich Dir dann, wie ich es geschafft habe, so schnell meinen Hannover-Plan anzugehen und wie das Leben mich dabei unterstützt hat. Denn wenn Du etwas wirklich aus dem Herzen heraus willst, dann kannst Du einiges selbst tun, um es gelingen zu lassen.

(Photo by Flo Karr on Unsplash)

Letztens traf ich meine beste Freundin aus Schulzeiten. Ganz spontan auf ein Glas Rotwein in unserer Heimatstadt. Die Zeit verging wie im Fluge, denn bei uns beiden war viel passiert und so brauchten wir etwas, bis wir die andere auf den neuesten Stand gebracht hatten. Meine Freundin erzählte von ihren zwei Kids, ihrem Mann und dem eigenen Haus. Ich erzählte von meinem Online-Business, meiner Yoga-Ausbildung und den letzten Dates. Merkst Du was? Wir zwei haben komplett unterschiedliche Lebensrealitäten. Kind und Haus vs. Online-Business und Freiheit.

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