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Schluss mit „ich muss“ – Wie Du in 2018 zu mehr Gelassenheit findest

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Dieses kleine Wörtchen „muss“ macht uns so gerne das Leben schwer. Und selbst wenn wir auf unsere Wortwahl achten und den Begriff selten verwenden, so haben wir doch tief in uns abgespeichert, was wir alles „müssen“. 3x die Woche Sport machen, noch schnell eine Präsentation fertigstellen oder nach Essensplan einkaufen – all das und noch viel mehr macht ganz schönen Druck. In diesem Artikel gebe ich Dir einen Einblick in die besten Werkzeuge, wie Du Dich aus der „ich muss“-Falle befreist und so zu mehr Gelassenheit findest.

Als Esther Natschack im Rahmen ihrer Blogparade nach Tipps & Tools für den gesunden Start in das Jahr 2018 fragte, wollte ich unbedingt mit diesem Thema dabei sein. Warum ich darüber schreibe? Nun, ich muss einfach 😉 Denn ich bin absolute Expertin darin gewesen, viel zu müssen. Woher die 1.000 Ansprüche wirklich kamen, hätte ich Dir vor ein paar Jahren gar nicht sagen können. Denn ich habe tatsächlich eine lange Zeit meines Lebens geglaubt, dass es dieses „muss“, diesen Zwang für bestimmte Dinge tatsächlich gibt. Automatisch hieß das auch, dass ich in meinen Entscheidungen eingeschränkt war. Meine Wahlfreiheit war klein. Ich musste arbeiten, ich musste Geld verdienen, ich musste waschen/bügeln/kochen usw. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Was steckt eigentlich hinter dem „müssen“?

  • Die eigenen Ansprüche an sich zu erkennen ist keine leichte Aufgabe. Wir werden gesteuert von inneren Antreibern, die uns weiß machen, dass wir etwas schneller oder perfekter machen müssten.
  • Ansprüche werden zusätzlich über gesellschaftliche Bilder weiter befeuert. Jedes Mal, wenn Du z.B. den Fernseher anschaltest, lässt Du Dich indirekt berieseln, wie etwas zu sein hat. Selbst wenn Du nicht bewusst hinschaust, so nimmst das Dein Unterbewusstsein sehr wohl auf und lässt Dich glauben, dass Du ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen hast.
  • Dazu kommt die Angst vor der Ablehnung. Jemanden vor den Kopf zu stoßen bzw. nicht die Erwartungen seiner Umwelt zu erfüllen, fällt (gerade auch uns Frauen) oft schwer.
  • Gerne schaffen wir uns auch selbstgebastelte Gedankenkonstruktionen, die in Abhängigkeiten bzw. wenn/dann-Konstruktionen funktionieren, wie zum Beispiel:
    • Ich muss einen Mann finden, sonst kann ich nicht glücklich werden.
    • Ich muss einen Essensplan haben, sonst kann ich nicht gesund einkaufen und essen.
    • Ich muss meditieren lernen, sonst kann ich mich nicht entspannen.

Was hilft schnell?

  1. In dem Moment, wo es eindeutig zu viel wird: Abgrenzung. Entschleunigung. Weniger Konsum schafft weniger Verpflichtungen, weniger Handy-Nutzung reduziert die ständige Erreichbarkeit, weniger Aktivitäten führt zu einer geringeren Mobilität.
  2. Mehr nein sagen. Tipp: Das freundliche Nein üben. Am einfachsten startest Du, in dem Du trainierst, Dir bei jeder (!!!) Anfrage Bedenkzeit zu erbitten. Formulierungsvorschlag: Das ist eine total gute Idee / interessante Anfrage / spannender Vorschlag, Ich schlafe eine Nacht darüber und melde mich morgen wieder bei Dir. Ist das ok? Sobald Du das drauf hast, wird es Dir auch leichter fallen, am nächsten Tag tatsächlich abzusagen. Und der andere ist durch Dein Aufschieben vielleicht auch weniger unter Druck und nimmt Dir eine Ablehnung nicht krumm. Denk auch dran – ein nein zu jemand anderem ist ein ja zu Dir! Wieso sollte jemand anderes zufriedener mit Dir sein als Du selbst?
  3. Lerne die richtigen Prioritäten zu setzen: Unsere Welt ist voll. Voll von Möglichkeiten, Lebensentwürfen, Büchern und anderen geistreichen Schriften. Welche Dinge sind Dir wirklich, wirklich wichtig? Ideale Frage, um das auszuloten (auch wenn sie hart klingt): Wenn Du nur noch ein Jahr zu leben hättest, mit was würdest Du dann Deine Zeit verbringen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du nicht als erstes an den selbstgebackenen Kuchen für die Klasse Deiner Tochter denken würdest … (kaufen geht auch!).
  4. Je weniger du hast oder besitzt, desto weniger Verpflichtungen hast Du auch. Bei 100 Paar Schuhen brauchst Du mehr Platz, größere Kommoden, dafür mehr Geld, also musst Du dafür mehr arbeiten usw. Tipp: Beschäftige Dich mal mit dem Konzept des Minimalismus. Es heißt nicht, dass Du über Nacht zum Minimalisten werden sollst. Aber sich zu reduzieren (durch Ausmisten in allen Belangen des Lebens – Bücher, die man eh niemals liest, genauso wie Anschauungen, die vor 50 Jahren noch gestimmt haben, aber jetzt nicht mehr) tut wirklich gut.
  5. Leben nach Deiner persönlichen Wertehierarchie: Welches sind Deine Lebensmotive? Wofür stehst Du morgens auf? Bei mir sind es Freiheit, Liebe und Vertrauen. Wenn ich mich also entscheiden darf, mit was ich meine Zeit verbringe, dann orientiere ich mich an meinen Werten. Daraus folgt, dass ich andere Entscheidungen treffe, als jemand, der*die mehr Wert auf Häuslichkeit und Verbundenheit legt. Das ist absolut ok. Finde Deins!
  6. Mache mit Deinen inneren Antreibern Bekanntschaft: Wer ist Dein Liebling? Druck, Perfektionismus, was anderes? Sei lieb zu ihnen. Wer unter Druck steht, ist häufig auch schnell. Wer es perfekt liebt, bringt auch oft sehr gute Ergebnisse. Aber es gibt bei jeder Stärke auch einen Punkt, an dem sie zu einer Schwäche umschlägt. So ist es auch bei den Antreibern. Lerne, Deine Stressreaktionen als solche zu erkennen. Und dann finde den Punkt, wo es zu viel ist.
  7. Zurückrudern können: Du bist immer super optimistisch, dass Du das noch schaffst, und sagst deshalb „ja“? Aber am Ende ist es doch zu viel? Verständlich, dass Du niemanden enttäuschen willst, wenn Du Verpflichtungen eingegangen bist und Zusagen getroffen hast. Das wird besser, wenn Du das freundliche Nein einübst. Und wenn es dann immer noch zu viel ist? Sei ehrlich. Würdest Du wollen, dass Deine beste Freundin einen Burn-Out bekommt, weil sie dir versprochen hatte, beim Umzug zu helfen? Nein, oder? Unsere eigene Messlatte ist meistens viel höher als die unserer Umwelt. Und selbst, wenn mal jemand enttäuscht von uns ist. Das kann man klären, in dem man über die gegenseitige Erwartungshaltung spricht. Sei einfach ehrlich: Erst zu Dir, dann zu Deinen Mitmenschen.
  8. Hab Vertrauen: Du brauchst nicht überall dabei sein. Wenn etwas in Deinem Leben wichtig für Dein persönliches Wachstum ist, dann kommt es wieder. Du darfst also auch mal eine Einladung ausschlagen und etwas verpassen.
  9. Freizeitstress entlarven: Vor ein paar Jahren fragte mich mal ein guter Freund, was es zu bedeuten hätte, dass seine Angebetete mittwochs nie Zeit für ihn hätte. Da sei sie „mit sich selbst“ verabredet. Das sei doch komisch und überflüssig, oder? Ich hingegen finde das ziemlich schlau. Also, schau Dir an, wann Du Dir mal einen freien Abend für Dich gönnen kannst. Und zwar regelmäßig. Lasse diesen Abend bewusst unverplant. Das bewirkt Wunder, und selbst ungeliebte Aufgaben machen danach wieder etwas mehr Spaß (zumindest meistens!). Überleg Dir auch, was Du tun würdest, wenn Du niemandem (Kollegen, Facebook, Eltern) davon berichten würdest. Wir stehen häufig auch unter sozialem Druck und das Wochenende in Budapest klingt halt geiler als Häkeln auf dem Sofa.

 

Sandra Lotz mit Postit Entschleunigung


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Die echte Wahrheit hinter dem „ich muss“

Was Du wirklich musst, ist sterben. Und was Du nicht musst?

Alles andere. That’s it. Mache Dir bewusst, dass Du jedes einzelne Teilchen Deines Lebens bestimmen kannst. Wenn Du etwas tust, weil Du denkst, es zu müssen, dann liegt das häufig daran, dass Du nicht geübt darin bist, in Konfrontationen zu gehen. Möglicherweise sogar Konflikte zu führen. Oder sich von Menschen zu verabschieden, die Dich nur mögen, solange Du so funktionierst, wie sie es brauchen.

Ja, es kann Konsequenzen haben, wenn Du Dich vom müssen verabschiedest. Jemand mag Dich nicht mehr, Du stößt jemanden vor den Kopf, Du verhältst Dich unkonventionell und die Leute sprechen über Dich. Aber was ist die Alternative? Du wirst gemocht für etwas, was Du nicht bist bzw. was Dir nicht gut tut. Ist das attraktiver für Dich? Ist es nicht viel ehrlicher und auch ein besseres Gefühl, wenn Du Dich echt zeigst? Zeigt es nicht viel mehr Deine Stärke gut für Dich einstehen zu können? Ist es nicht ein schönes Gefühl, aus Deinem Versteck zu kommen, und Dich genauso zu zeigen, wie Du bist? Und dazu gehören auch Dinge wie kurzfristige Absagen, weil es Dir nicht gut geht, unaufgeräumte Wohnungen, weil Du keine Zeit gefunden hast, das gesündeste Fast Food, was Du finden kannst, weil Du vor lauter Arbeit im Moment nicht zum Kochen kommst.

Ok, wirst Du jetzt vielleicht einwenden, aber was ist mit dem „echten Müssen“? Den Job, den man erfüllen muss. Der Haushalt, der erledigt werden muss. Die Eltern, die gepflegt werden müssen.

Auch hier: Alle diese Handlungen beruhen auf Deiner Freiwilligkeit. Du kannst jederzeit Deinen Job kündigen bzw. Dir einen neuen suchen, den Haushalt an eine Reinigungskraft abgeben und Deine Eltern in ein Pflegeheim geben. Das willst Du nicht? Aha! Du willst also doch arbeiten, den Haushalt selbst machen und Deine Eltern selbst betreuen? Mach Dir also bewusst, dass Du aus jedem „muss“ ein „wollen“ machen kannst. Es ist nur ein kleines Wort, das sich in Deinem Kopf ändert. Aber dieses Wort ändert Deine gesamte Haltung zu den Aufgaben und Themen.

Das kannst Du trainieren:

  1. Streiche das Wort „muss“ ab sofort aus Deinem Wortschatz. Steck Dir dazu eine Hand voll Erbsen (natürlich getrocknete) in Deine rechte Hosentasche. Und dann achte auf Dich. Sobald Du das Wort „muss“ verwendest, wandert eine Erbse von der rechten auf die linke Seite. Und so verfährst Du den ganzen Tag über. Abends leerst Du dann Deine Tasche und ziehst Bilanz
  2. Schreibe abends in ein Buch positive Gedanken (Affirmationen) zu vermeintlich unliebsamen Aufgaben auf. Zum Beispiel kannst Du 10 Dinge finden, die toll an Deinem Job sind (das ist der, den Du denkst, ausüben zu müssen), wie „Ich mag meinen Job dafür, dass er mich nährt und berechenbar ist (wenn Du vor Langeweile fast eingehst) Oder: Ich mag meinen Job dafür, dass er mir Freiraum für meine persönliche Entfaltung gibt (wenn Du richtig Dampf auf dem Kessel hast).
  3. Mache Dir bewusst: Der Tag hat für alle nur 24 Stunden. Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Willst Du langfristig raus aus der „ich muss“-Falle raus, dann siebe Dein Leben bewusst aus und schau Dir die Punkte an, die Du als „echtes Müssen“ bezeichnest. Ein Coach kann Dir durch den objektiven Blick von außen helfen, Klarheit zu schaffen, und die Punkte zu verändern.

Baue diese drei Dinge ab sofort in Dein Leben ein, und Du wirst schnell einen Unterschied feststellen. Du wirst mehr vom Leben haben, den einzelnen Moment wieder wahrnehmen und vor allem bewusster leben. Und so erzeugst Du automatisch auch mehr Gelassenheit.

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie Deine Erfahrungen mit dem „müssen“ sind. Was ist für Dich „echtes Müssen“? Wie schaffst Du es, mehr Gelassenheit im Umgang mit dem „muss“ in Dein Leben zu bringen?

Photo by Yoann Boyer on Unsplash

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