Ohne auszupowern nebenberuflich selbständig

Für mich war früh klar, dass ich eines Tages selbständig sein will. Ich wollte immer schon machen, was ich richtig finde und was mir wertvoll erscheint. Vor 2 Jahren war es dann soweit. Ich ging meine ersten Schritte in die nebenberufliche Selbständigkeit. Anfangs noch neben dem Vollzeit-Job – morgens, abends, am Wochenende und im Urlaub.

Als Angestellte nebenbei selbständig sein – das war in vielerlei Hinsicht eine wahnsinnig intensive Zeit für mich. Zwei Jobs zu haben – die Selbständigkeit zu wollen, es sich aber nicht so richtig einzugestehen. Und bei der Festanstellung zu denken, es noch zu wollen und auch zu brauchen. Mein Angestelltenjob machte mir schon noch Spaß, auch wenn ich nicht mehr mit dem Herzen dabei war. Und dann das Thema Sicherheit und so! Wahnsinn, was da alles innerlich bei mir abging.

Als ich dann nebenberuflich gründete, hatte ich echt keine Ahnung.

Ich

hatte

keinen

blassen

Schimmer …

… was mich wirklich erwarten würde.

Obwohl ich mehr als 5 Jahre nebenberuflich studiert hatte und damit in Belastungssituationen echt kampferprobt war, habe ich das Ding mit dem eigenen Business volles Mett unterschätzt. Irgendwie dachte ich, es wird schon funktionieren. Tat es ja auch irgendwie. Aber das geht sicherlich einfacher 🙂

Was war das Problem?

Ich habe den Aufwand, den es braucht, um ein Unternehmen aufzuziehen, massiv unterschätzt. Gleichzeitig habe ich überschätzt, wie viel Kraft, Energie und Ausdauer ich selbst haben würde, um das allein durchzuziehen.

Anfangs stapelten sich die To-Do’s und meine Unkenntnis darüber, was wichtig und dringend ist. Das führte dazu, dass ich zwar schwer beschäftigt war, aber eher irgendwas tat. Nur eben nicht unbedingt das, was sinnvoll war. So kam ich stellenweise total schnell, manchmal aber auch nur schleppend langsam voran. Gerade in Zeiten, wo ich langsam war, überfielen mich dann regelmäßig die Demotivation, Frust und Selbstzweifel.

War das normal, dass das alles so langsam ging?

Machte ich was falsch?

Waren die anderen schneller, besser, fokussierter als ich?

Wie ich heute weiß, sind diese Zweifel ganz normal. Aber damals habe ich mich manchmal ganz schön doof damit gefühlt.

Befeuert wurden die schlechten Gefühle dadurch, dass ich ja wirklich faktisch wenig Zeit hatte, meine Selbständigkeit aufzubauen. Ich arbeitete Vollzeit, verbrachte weitere 2 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um zur Arbeit zu kommen, war frisch umgezogen und noch nicht ganz heimisch in der neuen Umgebung.

Umso wichtiger wäre es gewesen, ein klares Ziel zu setzen und das Richtige zu tun, um überhaupt voranzukommen. Aber woher sollte ich wissen, was das ist? Mein BWL-Studium war und ist sicherlich hilfreich. Aber das Studium gab mir höchstens den ungefähren Rahmen vor. Die Details musste ich allein suchen.

Natürlich informierte ich mich im Internet und stieß dabei auf alle möglichen Menschen, die mir versprachen, mir beim Business-Aufbau zu helfen. Aber irgendwie funktionierte das für mich auch nicht. Es wurde zu viel über Marketingstrategien gesprochen. Und zu wenig darüber, was es mit einem selbst macht, den (vermeintlich) sicheren Hafen der Festanstellung den Rücken zuzukehren. Es wurde ein Tempo vorgegeben, was für Vollzeit-Gründer ausgelegt war. Und was zu wenig berücksichtigte, dass ich nur ein sehr knappes Zeitfenster hatte, um überhaupt was für meine Selbständigkeit zu machen.

Es kam, wie es kommen musste

Nach einigen Monaten hatte ich mich total vertüddelt. Ich hatte zwar Kunden, und es lief ganz gut. Aber mein berufliches Leben war ein einziges Gebilde aus “ich muss” geworden. Anstatt mich auf mich, meine Kernkompetenzen, meine Werte und meine Fähigkeiten zu konzentrieren, hatte ich mich komplett im Außen verloren. Ich folgte irgendwelchen Strategien und verpasste, zu überprüfen, ob sie überhaupt zu mir passten. Das setzte mich so tierisch unter Stress, so dass ich die Freude am Coachen verlor. Zu dieser Zeit wurde ich dann auch schwer krank und bekam so vom Leben den Freiraum geschenkt, meine Entscheidungen kritisch zu überprüfen.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass mir meine Erkrankung eine berufliche Auszeit verpasst hat. So konnte ich mich strategisch noch einmal neu aufstellen und mein Business wirklich von innen nach außen entwickeln. (Hier kannst Du nachlesen, wie mein Business-Jahr 2017 verlaufen ist.) Und in dieser Zeit lernte ich auch, wirklich auf meine Bedürfnisse und Prinzipien zu hören. Sie nicht bei erstbester Gelegenheit über Bord zu schmeißen, nur weil jemand mir dazu geraten hat.

Und ich machte Bekanntschaft mit sechs wichtigen Feldern, die in der Selbständigkeit immer wichtig sind. Die in der nebenberuflichen Selbständigkeit darüber entscheiden können, ob Du erfolgreich bist oder nicht. Ob Du mit Energie und Freude durch die Zeit des Business-Aufbaus gehst oder nicht.

6 Erfolgs-Tipps für das nebenbei selbständig sein

Das Unternehmen “Selbständigkeit” ist für die meisten Festangestellten nämlich ein riesen Schritt. Es kommt massig viel Arbeit auf Dich zu und ganz häufig wirst Du nicht wissen, was Du wann tun sollst. Wenn dann noch die Kunden ausbleiben, wird aus der Selbständigkeit ganz schnell nur ein besseres Hobby. Und Du kommst nie in die Phase, dass Du aus Deinem Hobby ein wirkliches Business mit Geschäftsmodell, Kunden und Umsatz machst.

Durch die Doppelbelastung aus Hauptjob und der nebenberuflichen Selbständigkeit brauchst Du absolute Klarheit über Deine Zeit und Deine Prioritäten. Insbesondere in der Phase der Neugründung kommt es sonst mal schnell zu einem Zustand, den Du aus Deiner Festanstellung kennst und eigentlich vermeiden willst: Überlastung. Stress. Druck. Anspannung. Fehlende Freude. Schwindender Optimismus.

Und Du brauchst eine gute Kenntnis darüber, wie Du Dich selbst wieder stabilisieren kannst – wenn es nämlich doch mal zu viel geworden ist mit den zwei Jobs.

Folgende Tipps helfen Dir dabei, nebenbei selbständig zu sein – ohne auszubrennen.

Sorge gut für Dich

Erster und wichtigster Tipp ist, dass Du immer gut für Dich sorgst. Das hat einen ganz einfachen Grund. Wenn es Dir nicht gut geht, dann gibt es auch Dein Business nicht. Im Noch-Hauptjob gibt es die Lohnfortzahlung und das Krankengeld. Wenn Du nebenbei noch selbständig bist, hast Du das nicht. Also achte auf genügend Schlaf, gesunde Nahrung und viel Wasser. Reduziere Alkohol, Kaffee und sonstige Drogen 😉 Gehe regelmäßig raus in die Natur und tanke auf. Sitze nicht nur vor dem Schreibtisch. Baue regelmäßig Erholungspausen ein, wenn Du arbeitest. Dein Körper wird es Dir danken!

Finde Dein Warum

Warum machst Du den ganzen Spaß überhaupt? Es wäre doch viel einfacher, Du bleibst in Deiner gesicherten Festanstellung?! Was treibt Dich an, diesen Weg zu gehen? Was willst Du der Welt von Dir zeigen? Was möchtest Du in der Welt verändern? Was sind Deine Ideale dahinter? Mach Dir dazu Gedanken, am besten schriftlich. Und rufe Dir Deine individuellen Gründe immer wieder ins Gedächtnis. Mache Dir ein Vision Board, in dem Du Deine Vision vom (Berufs-)Leben bildlich festhältst. Du wirst merken, dass eine klare Vision Dir immer wieder die Kraft gibt, weiterzugehen und den nächsten Schritt zu tun.

Lege die Prioritäten fest

Ein Tag hat für jeden von uns 24 Stunden. Wenn Du schon nebenbei selbständig bist, dann weißt Du, wie wertvoll Zeit ist. Wenn Du den Wunsch hast, irgendwann vom Noch-Hauptjob in die volle Selbständigkeit zu wechseln und davon auch leben zu können, sollte Du dafür eine entsprechend hohe Priorität vergeben. Idealerweise steht Deine Selbständigkeit auf Platz 1 oder 2. Natürlich kannst Du auch daran arbeiten, wenn es Platz 4 oder 5 ist. Aber wenn alles andere davor kommt, dann wird es auch entsprechend länger dauern und die Gefahr des Scheiterns ist höher.

Ich weiß, es gibt im Leben Rahmenbedingungen, die uns unabänderlich erscheinen. Arbeitszeiten, Anfahrtswege, Versorgung der Kinder, Haushalt etc. Wenn Du aber einiges davon in Deinem Leben hast und nichts davon reduzierst, könnte es schwierig werden mit Deiner Selbständigkeit. Also schau einmal kritisch drauf, ob wirklich alles in Deinem Leben sein muss, was Du gerade erledigst. Wer könnte Dich (ggf. übergangsweise) unterstützen? Was könntest Du vielleicht outsourcen (Steuer, Haushalt, Gartenpflege etc.)? Auch wenn dies Geld kostet, sieh es als Invest in Dein Business. Damit setzt Du das Signal, dass Dir das wirklich wichtig ist, und gibst damit auch diese Energie in die Welt.

Finde und nutze Freiräume

Das bedeutet übrigens auch, dass Du Deine Zeiten effektiv nutzt. Ständiges Fernsehen oder belanglose Treffen mit Menschen, die Dich eh nicht verstehen, sollten überprüft werden. Schau genau hin, welche Tätigkeiten Du parallelisieren kannst. Podcast-Episoden zu den neuesten Marketing-Tipps im Auto, Social Media Marketing in der S-Bahn. Bestimmt fällt Dir noch mehr ein. Achte aber bitte auch darauf, dass Du auch Zeit nur für Dich hast, in der Du nicht arbeitest (siehe Punkt 1). Und mache in dieser Zeit auch wirklich nichts. Idealerweise bietet sich hier der Morgen an, wenn noch alles schläft. Was morgens der genialste Start in den Tag ist, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Baue Dir ein Netzwerk auf

Verbinde Dich von Anfang an mit Menschen, die an gleicher Stelle stehen wie Du, und Menschen, die schon dort sind, wo Du hin willst. Fühle Dich ein in diese neue Welt. Sauge alles auf, was Du lernen kannst. Gib alles, was Du kannst. Und profitiere von den Power-Strategien anderer, die sich mit einem Thema schon länger auseinander setzen als Du. Wenn Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen willst, komm doch in meine Facebook-Gruppe, die Inner Balance Lounge. Hier tummeln sich Festangestellte, Neugründer und Vollzeit-Selbständige in friedlicher Harmonie nebeneinander. Was uns eint? Der unbedingte Wille, ein erfolgreiches Business mit dem eigenen Wohlergehen in Balance zu bringen. Und das Verständnis darüber, dass das Leben immer nur eins ist (und Work-Life-Balance also eine Farce ist) – und dass Dir innere Balance dabei hilft, Deinen Weg erfolgreich und voller Freude zu gehen. Ich freue mich, wenn Du mit dazu kommst!

Schaffe Dir Erfolgserlebnisse 

Ganz häufig erlebe ich, dass bei Business-Start jemand monatelang (jahrelang) damit beschäftigt ist, seine Website zu entwickeln. In dieser Zeit gibt es kein Angebot, keine Kunden, keinen Umsatz. Strenggenommen bist Du dann auch nicht selbständig. Im Kopf wird die eigene Website als Startschuss in das eigene Business gesehen.

Und das ist falsch. Der Startschuss ist dann, wenn Du ihn Dir gibst.

Versteh mich nicht falsch: Deine Internetpräsenz ist wichtig. Aber ein Angebot, Kunden und Umsatz kannst Du auch ohne Website haben. Versteck Dich also nicht hinter Deiner Website, wenn es darum geht, Dein Angebot zu formulieren und zu verkaufen. Think big. Fühle Dich von Anfang an als Unternehmer*in.

Sobald Dein Businessmodell halbwegs steht, suche Dir sofort Kunden, probiere aus, schärfe Dein Angebot und das, wofür Du stehst. Das alles vereinfacht es auch, Deine Website zu texten. Die Erstellung der eigenen Seite dauert nämlich oft so lange, weil keine Klarheit da ist, was Du eigentlich wem anbieten willst. Sobald Du Dein Angebot verkaufst (auch wenn es noch nicht ganz ausgereift ist), schaffst Du Dir damit Erfolgserlebnisse. Diese wiederum helfen Dir, bei der Stange zu bleiben – auch wenn es neben dem Hauptjob mal hart ist, dranzubleiben und weiterzumachen.

Investiere in Dich und Deinen Traum

Eine Sache möchte ich noch betonen, die ich selbst ebenfalls unterschätzt habe.

Selbständig sein kannst und musst Du lernen!

Es ist eine komplett andere Art des Arbeitens als in der Festanstellung. Auch in der Phase “dazwischen”, wo Du Dich mit zwei Jobs rumschlägst, schnupperst Du schon die neue Luft als Selbständige. Und das macht was mit Dir. Du beginnst Dich zu verändern.

Aber es dauert. Denn Du hängst noch mit einem Fuß in der alten Welt. Und der Fuß beeinflusst massiv Deine Gedanken, auch und gerade über das, was kommt. Deine Nase zeigt schon in die Richtung der neuen Welt. Und Du merkst, auch wenn Du es Dir vielleicht nicht gleich eingestehst, dass Du in dieser neuen Welt eine neue Herangehensweise brauchst. Probleme auszusitzen, weil sich schon irgendwer drum kümmern wird, funktioniert hier nicht mehr.

Als Selbständige – auch wenn Du nebenbei selbständig sein willst – brauchst Du 100 % Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Deswegen solltest Du von Anfang üben, genauso zu denken und zu handeln. Dies nenne ich, ein Unternehmer-Mindset zu entwickeln. Das hilft Dir übrigens auch in der Angestelltenwelt. Und in Deinem ganzen Leben. Denn es bedeutet, in die volle Eigenverantwortung zu gehen, Dir Dein Leben selbst zu kreieren und Dich aus Mechanismen zu befreien, die Dich behindern.

Das ist Selbstwirksamkeit pur!

Da so ein Unternehmer-Mindset nicht vom Himmel fällt bzw. trainiert werden muss, empfehle ich Dir, Dir Begleitung durch einen erfahrenen Business Coach und Mentor zu suchen. Damit wählst Du nicht nur die Abkürzung. Du sicherst Dein beginnendes Unternehmen auch ab, indem Du investierst und Dich innerlich auf Erfolg ausrichtest. Damit gibst Du ein entsprechendes Signal ins Universum, welches belohnt werden wird.

Ein Sparringspartner ist in dieser Phase idealerweise immer für Dich erreichbar und sorgt für Struktur, sanfte Arschtritte und Verständnis. Er hilft Dir außerdem, Deine eigenen blockierenden Überzeugungen aufzudecken, zu transformieren und Dir nicht selbst im Weg zu stehen. Das ist übrigens nichts Schlimmes und geht uns allen ähnlich, wenn wir uns auf diesen Weg machen.

Welche Erfahrungen hast Du in Deiner nebenberuflichen Selbständigkeit gemacht? Schreib mal in die Kommentare, wie es Dir damit ergangen ist und wo gerade stehst. Ich freue mich 🙂

(Photo by Christin Hume on Unsplash)

Inner Balance Business Foundation

Das etwas andere Business-Programm für alle, die wirklich mit dem, was sie lieben, erfolgreich sein wollen

 

 

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