Wie Du Deine Ziele planst bei wenig zeit für Deinen Businessaufbau

In meiner Facebook-Community wurde ich vor einiger Zeit gefragt „Wie viele Stunden sollte ich pro Woche in mein nebenberufliches Business investieren?“. Über die Frage war ich fast ein wenig erschrocken. Denn Businessaufbau sollte Spaß machen und im Flow stattfinden. Ein „hartes Muss“ à la „Wenn ich nicht mindestens x Stunden pro Woche, dann wird das eh nichts“ ist absolut nicht förderlich.

Aber ich kann gut verstehen, woher diese Sicht kommt. Aus der Angestellten-Welt kennen wir folgende Überlegung: Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, leistet mehr als jemand, der nur 25 Stunden arbeitet, und ist deswegen auch mehr wert. Denn warum sonst sind Teilzeitstellen immer noch unbeliebt bei Chefs und Management und gestalten sich in Bezug auf die Karriere als „Teilzeit-Falle“?

Im eigenen Business gilt diese Formel aber nicht. Sorry. Not sorry 😉

Was als Angestellter häufig geht – unwichtige Dinge zu tun, aufzuschieben und mehr Kaffee zu trinken als produktiv zu sein, rächt sich in der Selbständigkeit extrem schnell. Denn als Solo-Unternehmer*in geht es einzig und allein darum, ob Du die richtigen Dinge tust oder nicht.

Die gute Nachricht ist also: Es ist nicht wichtig, wie viele Stunden Du pro Woche in Deinem Business arbeitest. Die schlechte Nachricht ist: Ohne Dranbleiben und regelmäßiges Tun geht es auch nicht.

So bringst Du Dein Business auch dann zum Erfolg, wenn Du wenig Zeit hast

4) Tue

3) täglich

2) die richtigen Dinge

1) mit dem richtigen Fokus.

Ganz easy 😉

Was bedeutet das?

1) Fokus

Häufig ist uns nicht bewusst, welchen Fokus wir unbewusst für unser Business setzen. Das eigene Business nimmt dann – neben Hauptjob, Familie, Kindern, Partnerschaft, der Pflege der Eltern, Haushalt, Freunden, Sport etc. – ungefähr Platz 78 ein. Und wir wundern uns dann, wenn alles wichtiger ist als das eigene Business, warum wir nicht vorankommen. Und auch keinen rechten Elan verspüren.

Deswegen ist es entscheidend, dass Du den Fokus

a) generell ganz bewusst auf Dein Business lenkst: Warum tust Du das überhaupt? Was bringt es Dir?

und

b) die nächsten Prioritäten klar setzt: Was ist jetzt wirklich wichtig? Was bringt mich voran?

Da Zeit ein extrem knapper Faktor ist, darfst Du ein für Dich passendes System entwickeln, wann und wo Du für Dein Business arbeitest. Das ist höchst individuell, aber immens wichtig.

Mach Dir als erstes bewusst, wie wichtig Dein Business für Dich ist. Dein Business sollte mindestens Priorität 3 in Deinem Leben einnehmen. Ansonsten kommst Du so schleppend voran, dass Dir unterwegs die Puste ausbleibt und Du irgendwann aufgibst. Mir ist vollkommen klar, dass es viele Dinge gibt, die einen großen Raum in Deinem Leben einnehmen könnten (wie Familie etc.).

Aber: Für die Zeit des (nebenberuflichen) Businessaufbaus solltest Du hierfür von Anfang an Regelungen treffen. Wenn Du keine Lösungen findest, die Dir Raum verschaffen, so wird sich schnell Frust bei Dir breit machen und ggf. lässt Du das gesamte Projekt sein. Und das wäre sehr schade! Also, suche nach Möglichkeiten, die Dich entlasten bzw. Dir Zeit für Dein Business-Baby geben.

Hier ein paar Ideen, wie Du mehr Freiräume für Deinen Businessaufbau findest:

  • Teilzeit beantragen
  • Au Pair einstellen
  • Haushaltshilfe besorgen
  • Kinder mehr machen lassen
  • Partner bitten, mehr zu unterstützen (dafür revanchierst Du Dich irgendwann)
  • Perfektionismus runterschrauben (weniger Bügeln, mehr einfaches Essen, nur noch 1x in 2 Wochen wischen)
  • Freie Zeiten nutzen, wie z.B. im Auto oder in der U-Bahn
  • Freundschaften für einen begrenzten Zeitraum zurückstellen

Du kannst nicht alles gleichzeitig machen. Wenn Du den Businessaufbau einfach nur „drauf addierst“, wird das sehr anstrengend für Dich werden.

2) Die richtigen Dinge

Oftmals denken wir bei Businessaufbau nur an das, was wir „tun“ müssen. Keine Frage, das Tun ist mega wichtig. Aber es gibt auch andere Bereiche, die Du erledigen solltest, damit Dein Business sich gut entwickelt.

Die richtigen Dinge für Deinen Businessaufbau lassen sich in 3 Kategorien einteilen:

1) Business Making Activities: Hiermit sind alle „Hand On“-Aktivitäten gemeint, bei denen Du wirklich etwas (er)schaffst und die Du am Business erledigst, z. B. Website zu texten, Marketing zu betreiben etc.

2) Mindset: Hiermit sind alle „unterstützenden“ Tätigkeiten gemeint, die Du bewusst (!!) innerlich betreibst, um in Deine Aufgabe als Unternehmer*in hinein zu wachsen. Dazu gehören z. B. tägliches Journaling, Meditation und Weiterbildung in diesem Bereich.

3) Community & Networking: Die meisten Neu-Selbständigen haben einen Freundes- und Bekanntenkreis, der nicht (!!) mehr (!!!) die gleiche Vision vom Leben teilt wie sie selbst (Lese hier, warum es so wichtig ist, sich Gleichgesinnte zu suchen).  Es ist deswegen unerlässlich, dass Du Dich mit Menschen vernetzt, die das Gleiche wollen wie Du, und dass Du von Menschen lernst, die das, was Du willst (z. B. die Vollzeit-Selbständigkeit) bereits erreicht haben.

Mach Dir also bewusst: Du kannst jede Aufgabe, die in Deinem Kopf herumschwirrt, in eine der drei Kategorien einteilen. Jeder der drei Bereiche sollte in etwa gleich bearbeitet werden. Ein Gleichgewicht ist dabei sehr wichtig.

Folgende Beispiele zeigen, was ungünstig ist

Wenn Du nur in Facebook-Gruppen rumhängst und Deine innere To-Do-Liste immer länger wird, Du aber nie Zeit hast, sie abzuarbeiten, dann kommst Du im Tun nicht voran.

Wenn Du nur am Rödeln, Machen und Tun bist, aber null in Verbindung mit anderen Menschen stehst und Angst hast, Dich mit Deinem Angebot zu zeigen, dann hast Du Dein Mindset nicht genügend weiterentwickelt.

Wenn Du nur am Schreiben, Meditieren und Weiterbilden bist, und immer noch neue Dinge suchst, wo Du unbedingt noch wachsen musst, bevor Du xyz tun kannst, dann fehlt Dir das konkrete Tun im Außen als Verfestigung Deines neuen Seins.

So planst Du stattdessen Deine Ziele

  • Setze Dir Tages-, Wochen- und Monatsplanungen. (Später auch länger in die Zukunft reichende Planungen)
  • Setze Dir Ziele, z. B. auf Wochenbasis (Du kannst diese Ziele montags in meiner Facebook-Community teilen und am Freitag erzählen, wie Du sie erreicht hast. Öffentliches Verschriftlichen führt zu Commitment.
  • Überlege Dir genau, was Du erreichen willst. Unterteile Deine Ziele in die drei Kategorien. Hast Du alle Kategorien bedacht? Welche Kategorie fällt immer „hinten runter“? Darauf solltest Du Dein Augenmerk richten und hierfür weitere Ziele festlegen.
  • Halte Dich an Deine Ziele 😊

 

3) Täglich

Mache Dir bewusst, dass Dein Businessaufbau kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Das heißt, dass Kontinuität und Disziplin sehr stark über Deinen Erfolg entscheiden. Wer nur unregelmäßig tut und sichtbar ist, braucht sich nicht wundern, wenn der Erfolg sich nur sehr schleppend einstellt.

Tägliches Tun führt dazu, dass Dein Business schnell zur Routine wird. Und Routine ist in diesem Fall sehr gut. Du gewöhnst Dich daran, dass es ein fester Bestandteil Deines Lebens ist. Wenn Du dran gewöhnt bist, täglich zu tun, fühlt sich das bald ganz normal an. Wenn Du dann mal einen Tag nicht tust, wird Dir schnell was fehlen.

Schaue als erstes, wann Du gut an Deinem Business arbeiten kannst.

  • Morgens vor der Arbeit, in Du z. B. den Wecker 30 – 60 Minuten früher stellst?
  • In der Mittagspause, in dem Du die langweiligen Dates mit Kollegen ab sofort ausfallen lässt?
  • Abends nach Feierabend, wenn der Partner auf dem Sofa Netflix schaut?
  • Am Wochenende, wenn endlich mal Ruhe und Zeit ist?
  • Zwischendurch, wenn der Hauptjob Pausen zulässt?

Sei unbedingt auch kreativ, was die Wahl Deines Arbeitsortes zulässt. Viele Aufgaben, insbesondere aus den Kategorien Community & Networking und Mindset, brauchen keinen Schreibtisch. Auch Social Media Posts lassen sich z. B. wunderbar über das Mobilgerät machen.

Weitere Ideen, Deine Arbeit zu erleichtern:

  • Dokumentiere Deinen Tag in Social Media. So bist Du unterwegs, aber trotzdem präsent für Deine Follower.
  • Viele hilfreiche Tools, wie Trello, Evernote und Dropbox, gibt es auch als App. Es ist vielleicht ein kleines bisschen umständlicher, aber Deine Planung kannst Du via Trello auch auf dem Handy machen.
  • Wenn Du Content Ideen hast und keinen Stift und Zettel dabei, dann sprich sie Dir einfach in eine Diktier-App.
  • Du solltest aber auch immer was zu schreiben dabei haben 😊
  • Setze vor Autofahrten die bewusste Intention, zu welchem Thema Du eine Lösung finden willst. Zum Beispiel lassen sich die Fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Welches Produkt will ich als nächstes launchen? Wunderbar auch erstmal „nur“ durchdenken.
  • Statt Musik höre Business-Podcast-Episoden und bilde Dich weiter (aber nicht wahllos, sondern zu den geplanten Zielen)
  • Sei jeden Tag während der Öffi-Fahrt zur Arbeit in Deinen liebsten Facebook-Gruppen unterwegs und zeige Präsenz. Hier empfehle ich Dir meine Gruppe „Erfolgreich selbständig mit dem, was Du liebst“.

Und täglich Tun heißt nicht, dass es Stunden sein müssen. Klar, mehr ist meist besser. Aber es gilt eben nicht die Regel aus dem Angestelltenjob, sondern viel wichtiger ist, dass Du Deine täglichen Ziele mit Liebe (!!!) – und übrigens ohne Druck – umsetzt.

4) Tun

Wenn Du nun weißt, wo Dein Fokus und Deine Prioritäten liegen, was Deine Ziele sind und wann die sie täglich unterbringen kannst, geht es ans Umsetzen.

Folgende innere Haltung bietet sich an, wenn Du Dein Mindset auf Tun umprogrammieren willst:

  • Einfach machen.
  • Better done than perfect.
  • Nutze Deine fehlende Bekanntheit dafür, Fehler zu machen.
  • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (Jaa, selten gibt es auch Sprichwörter, die nützlich sein können)

Du siehst also, es gibt MILLIONEN von Tipps und Tricks, die Dir helfen, Dein Business aufzubauen, auch wenn Du wenig Zeit hast. Finde die heraus, die für Dich am besten funktionieren.

Der Special Tipp

Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung ist gold wert und wird Dich – wenn Du Dich daran hältst – meilenweit nach vorne bringen. Dennoch habe ich noch einen Special Tipp für Dich:

Ausnahmen dürfen mal sein.

Es geht hier nicht um falsch verstandenen Druck, Zwang oder Arbeiten, bis der Arzt kommt. Das Leben ist unberechenbar und darauf solltest Du flexibel reagieren. Wenn zu Hause alle die Grippe haben und sich die Dreckwäsche 3 m nach oben stapelt, setzt Du mal 2 Tage aus. Das ist ok.

Aber (!!)

Finde bitte nicht jeden Tag eine neue Ausrede, warum Du genau heute nicht kannst. Wenn Du mal einen Tag ausgesetzt hast, startest Du am nächsten Tag einfach wieder von vorne bzw. machst da weiter, wo Du aufgehört hast. Ohne nachzudenken. Einfach tun. Alles andere wäre Selbstbetrug, ok?

So, und jetzt erzähle mal: Was ist Dein heißester Tipp, ein Business aufzubauen, wenn man wenig Zeit hat? Schreib es in die Kommentare. Ich freue mich 😊

(Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash)

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