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2017? Anders als geplant! Was eine Erkrankung mit meinem Business zu tun hat

business-rueckblick-2017

Als Marit Alke zu ihrer jährlichen Blogparade „2017/2018: Was war – was bleibt – was kommt?“ aufrief, war mein erster Gedanke: Zu einem Business-Rückblick kann ich nichts beisteuern. Mit ihren Fragen „Wie lief mein Business-Jahr? Was plane ich fürs nächste Jahr?“ ging ich null in Resonanz.

Das lag an genau einer Sache: Den größten Teil vom letzten Jahr hatte ich mit meiner Brustkrebs-Erkrankung zu tun. Business? War nicht die Baustelle, wo ich am meisten gewerkelt habe. Warum ich nun trotzdem bei dieser Blogparade dabei bin? Weil bei genauerem Hinschauen diese Diagnose eben doch sehr viel mit meinem Business zu tun hatte.

So fing das Business-Jahr 2017 an

Vor dem Tag X war ich vor allem eines: Total überlastet. Ich hatte zwei Jobs, 2 Std. Pendelei pro Tag und das wachsende Gefühl, dass ich gerade in etwas richtig Unrundes reinlaufe. Was ich aus diesem Gefühl machte? Nichts. Dazu hatte ich überhaupt keine Zeit. Ich baute schließlich gerade ein (Online-)Business auf. Unternehmertum musste man mir nicht beibringen. Marketing, Controlling, Finanzen – alles kein Ding als Betriebswirtin mit 16 Jahren Berufserfahrung. Doch recht schnell dachte ich nur noch: Huch, wie soll ich das nur alles (alleine) schaffen?! Und wann zum Donner coache ich bei dem ganzen Bloggen, Facebooken, Vernetzen und den ständigen Technik-Explosionen dann noch?

Dann kam die Diagnose. Vollkommen unerwartet. Viel zu jung. Ohne Sicherheit, ob und wie schnell ich wieder gesund werden würde. Business? War total egal. Noch-Hauptjob in der Bank? Sowieso.

Ich als eine absolute Vollblut-Macherin mit leichter (*hüstel*) Workaholic-Tendenz pausierte. Und zwar wochenlang. Freiwillig. Mit Hingabe.

Was dann passierte, war eine innere Offenbarung.

Im Rückzug steckte für mich die Lösung.

In meinem Inneren fand ich die Antworten auf meine Fragen.

Zuallererst wurde mir klar, dass ich auf dem besten Wege war, mir in meinem Side-Business ein Hamsterrad ähnlich meiner Angestellten-Karriere aufzubauen. Warum? Weil ich nicht genügend auf mich hörte! Weil ich Fremden mehr vertraute als mir und meinem Gespür! So durfte es nicht weitergehen. Nach und nach erarbeitete ich mir in meiner monatelangen Pause meine wichtigsten Erkenntnisse.

Mein Business-Rückblick 2017

0) Wenn es mir nicht gut geht, gibt es auch kein Business

Schon gar nicht als Coach und Trainerin im Bereich persönliches Wachstum. Die oberste Aufgabe jeden Tag wurde daher diese: Sei glücklich. Tue das, was dir gut tut. Schlafe genug. Iss gesund. Bewege dich und gehe raus an die frische Luft. Reduziere Social Media und Internet.

Das hatte ich alles vorher auch gemacht. Aber nicht ganz so konsequent. Nicht ganz so nachhaltig. Nicht ganz so voller Liebe für mich selbst. Deswegen ist dieser Punkt die 0. Ohne Selbstfürsorge kann ich meinen Beruf schlichtweg nicht ausüben.

Learning: BEDÜRFNISSE

1) Ich bin mein Business

Online-Business hin oder her. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich das wollte – alles nur online. Aber so „wie für alle“ passte das für mich einfach nicht. Ich wollte keinen Stress. Keinen Druck. Keine Experten, von denen ich mir meine Aktivitäten vordiktieren lasse. Mich nicht von außen treiben lassen. Keinen Perfektionismus.

Stattdessen wollte ich gestalten, meiner Erfahrung vertrauen, lernen und wachsen – aber in meinem Tempo. Ich wollte auf meinen Bauch hören. Ich wollte selbst bestimmen, was ich mache und was nicht. Und einen eigenen Weg finden, die Erfahrungen anderer auf sinnvolle Art und Weise mit meinem eigenen Bauchgefühl zu kombinieren.

Learning: SELBSTWERT

2) Lieber richtig neu als falsch schneller

Obwohl erst ein Jahr alt, wurde mein Business-Korsett mit der Diagnose plötzlich zu klein. Mit etwas weitermachen, wo ich nicht mehr hinter stand? Auf keinen Fall. Also begann ich noch in der Therapiezeit die Grundmauern neu zu planen und zu errichten. Mehr Sandra, mehr Echtheit, mehr Persönlichkeit sollten rein.

Und auch inhaltlich brauchte es einen Change. Ich analysierte jede einzelne Coaching-Session der letzten Jahre und fragte mich ganz offen: Wo konnte ich am besten wirken? Was fiel mir am einfachsten? Womit habe ich den größten Wert in die Welt und damit zu meinen Kunden gebracht?

Die Ergebnisse brachten eine riesige Ladung Kreativität und damit eine Neupositionierung mit sich.

Learning: LOSLASSEN

3) Ich tue (nur) das, was ich liebe

Plötzlich machte alles Sinn:

  • Jedes Coaching-Thema, von dem ich zuvor fand, dass es nicht so richtig meins war, ich es aber trotzdem gerne und gut machte.
  • Jede Kundin, von der ich dachte, ihr super helfen zu können, nur dass ich auf meiner Website eigentlich eine ganz andere Zielgruppe ansprach.
  • Jede Kooperationsanfrage, bei der mein Herz lauter schlug, ich es aber inhaltlich nicht so richtig abdeckte – zumindest hatte ich es bisher nicht so klar formuliert.
  • Und auch meine schwere Krankheit, dir mir alles abverlangte, was ich an persönlichen Skills besaß, und an der tiefsten Stelle in mir arbeitete. Und Dinge, Ansichten und Gefühle in mir hervorbrachte, die absolut neu für mich waren.

Ich formulierte neu, was ich am besten kann. Dabei helfen, Dingen eine neue Bedeutung zu geben, Schicksalsschläge anzunehmen, Kraft und Stärke zu generieren, Optimismus und eine positive Einstellung zu vermitteln, auf der Suche nach der inneren Mitte zu begleiten – und nicht zuletzt, die neu gewonnene Power und Energie in Projekte zu stecken, die nicht weniger sind als das, was wirklich im Leben drinsteckt.

Denn zwischendurch – wenn ich arbeiten konnte – spürte ich immer wieder: Die Begleitung von Menschen ist einfach mein Ding. Das fühlt sich nie wie Arbeit an. Das ist einfach das, wo mein Herz aufgeht. Wo ich im Flow bin und diesen besonderen Spirit weitergeben kann.

Learning: INTUITION

4) Wenn ich weiß, was ich will, dann finde ich einen Weg

Und das hieß bei mir ganz klar, meinen 3-Tage-Noch-Hauptjob aufzugeben und mich komplett dem Projekt Selbständigkeit zu widmen. Ich brauchte diesen klaren Cut, dieses auf Null gehen – auch wenn das unsicher, waghalsig, mutig, total bekloppt … was auch immer erscheinen mag. Für mich ist es in erster Linie ehrlich. Es ist echt. Es heißt rauszugehen aus einem vermeintlichen Bild, wie etwas zu tun ist, und stattdessen das zu tun, was in deinem Inneren als Lösung angelegt ist.

Mein Weg muss nicht der Weg sein, den alle gehen. Aber den eigenen Weg zu finden, sollte für alle das Ziel sein. Abklatsch und Dinge tun, die andere propagieren, macht schnell unglücklich und eben manchmal auch krank.

Learning: VISION & ZIELE

5) Meine größte, beste und tiefgehenste Ausbildung

Natürlich profitiere ich total von den Coaching- und Hypnoseausbildungen, die ich bereits absolviert habe. Auch immer hilfreich in der Arbeit mit meinen Kunden ist meine vielfältige Berufserfahrung als Projekt- und Teammanagerin. Ich kenne nach 16 Jahren in Banking und IT jedes Business-Thema, was die (männerorientierte) Geschäftswelt hervorbringen kann. Ob Bossing, Mobbing, Burn-Out, Zickenkrieg, Überlastung, Machtspielchen – zu allem könnte ich was erzählen und auch meine Kunden unterstützen.

Aber: Die eigentliche Tiefe in meiner Arbeit hat etwas ganz anderes erzeugt – Meine Erkrankung und mein persönlicher Umgang damit. Das letzte Jahr hat seine Spuren hinterlassen und meinen Blick auf die Welt verändert.

Learning: PERSÖNLICHKEIT

7) Nicht so viel planen, sondern leben

Ich bin eine Planungs- und Orgamaus. Eine Karriere im Projektmangement war quasi vorprogrammiert. Nur die unzähligen Listen, Boards und andere Planungsmittel, die daraus entstanden, machten mich irgendwann einfach nur noch wahnsinnig. Egal, wie viel ich schaffte, es war nie genug. Die Liste demonstrierte mir jeden Abend, wie wenig ich doch im Vergleich zu dem, was noch drauf stand, getan hatte. Kein schönes Gefühl. Und das, wo mir die Erkrankung doch sehr eindrücklich demonstriert hatte, dass man das Leben nicht planen kann.

Es hat etwas gebraucht, aber vor einigen Monaten habe ich dann einfach meine To-Do-Liste weggeschmissen. Ein Befreiungsschlag! Denn ohne Liste entdeckte ich, was wirklich in mir steckt: Ganz natürlich entwickelten sich die Dinge in die richtige Richtung. Niemals war ein vermeintliches Vergessen bzw. zu spätes Bearbeiten einer Aufgabe ein Problem. Im Gegenteil: Es kam alles zur passenden Zeit in mein Leben. Dieses Vertrauen in sein Business, in die eigenen Fähigkeiten und nicht zuletzt in das Leben, ist für mich eine der wichtigsten, wirklich gelebten Erfahrungen aus dem letzten Jahr.

Learning: VERTRAUEN

 

Der Jahreswechsel 2017/2018 liegt hinter mir

Bild von Sandra Lotz
Und ich bin noch da.

Nie hätte ich im Frühjahr 2017 gedacht, dass es mir im Winter so gehen würde:

  • In Verbindung mit mir selbst.
  • Reflektiert.
  • Zufrieden.
  • Und ganz häufig glücklich.

Diesen inneren Sprung, den ich durch meine Erkrankung gemacht habe, nehme ich mit in das neue Jahr.

Auch wenn ich mit der Angst lebe, dass der Krebs jederzeit zurückkommen könnte.

Natürlich beschäftigen mich die Themen hinter den Learnings schon sehr lange. Und das war mein Glück, als die Krebs-Diagnose kam. Ich war ausgebildet und wusste, wie viel ich u.a. Kraft meiner Gedanken bewegen kann. Ich wusste, was mir helfen würde, das durchzustehen.

Nach diesem Jahr gehe ich nun mit einem gestärkten Bewusstsein heran und trage dies auch nach außen. Die drei Säulen positive Energie, mentale Kraft und innere Klarheit sind die Basis, um aus seiner vollen Stärke heraus dem Leben begegnen zu können. Deswegen bin ich nach der Krankheitserfahrung so weit zu sagen: Genau das sind die Bausteine, die es braucht, um innerlich stark zu sein. Und deswegen sind das auch genau die Inhalte, die in den Aufbau meines Inner Balance Coaching-Programmes einfließen.

Für das Business-Jahr 2018 wünsche ich mir

1) Noch mehr Sandra sein – auch und gerade im Business

Aus vollem Herzen „ja“ genauso wie „nein“ sagen. Chancen ergreifen. Umstände bewusst wahrnehmen. Inspirationen aufnehmen, aber dennoch klare Entscheidungen treffen.

2) Den Ausbau meines Inner Balance Coaching-Programmes

Meine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht nur in 1:1 Coaching-Sessions weitergeben (denn die sind begrenzt), sondern in tollen Programmen, Workshops, Vorträge und Trainings zur Verfügung stellen.

3) Mein erstes Buch veröffentlichen

Nachdem ich in 2017 bereits als Co-Autorin ein Kapitel zu dem wundervollen Buch „Wie hast Du das gemacht“ beisteuern durfte, nehme ich nun die Arbeiten an meinem ersten eigenen Buch wieder auf. Begonnen hatte ich damit bereits im letzten Jahr, und in 2018 möchte ich es veröffentlichen.

4) Ein anderes Zeitmanagement

Einen guten Weg zu finden zwischen 1000 Ideen und der natürlichen Begrenzung der Lebenszeit. Als Scanner-Persönlichkeit immer eine Gradwanderung. Aber mit dem richtigen Annehmen und Priorisieren gelingt es, einen Umgang zu finden – da bin ich mir ganz sicher.

6) Mit Flow an der eigenen Vision zu arbeiten

Und mir mein Business so aufbauen, dass es mir voll entspricht und sich trägt – ohne wieder im Hamsterrad zu landen.

7) Weiterhin eine gute innere Balance und Intuition

Um bei den vielen, vielen Aktivitäten, Träumen und Wünschen, die hinter 1 – 6 stecken, nicht verloren zu gehen, brauche ich eine permanente Verbindung in mein Inneres. Denn ich möchte konsequent Entscheidungen treffen, die wirklich mir entsprechen. Und ich möchte meine Hochsensibilität sinnvoll einbringen.

 

Sandra Lotz mit Postit Entschleunigung


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Die Verbindung von Business und Menschlichkeit

Und obwohl ich am Anfang noch behauptet habe, dass 2017 kein Business-Jahr war, haben das letzte Jahr doch einige Menschen geprägt. Denn irgendwie habe ich trotz Brustkrebs weiter gemacht. Und von dem profitiert, was so schön an diesem Beruf ist.

DANKE an:

Reihenfolge ohne Aussage. Sollte ich jemanden vergessen haben, seht es mir bitte nach …

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Planungen schnell mal vom Leben durcheinander gewirbelt werden. Deswegen plane ich nicht mehr mittel- oder langfristig, sondern ich lebe. Im Business und überhaupt.

Ohne Jahresplan zu arbeiten heißt aber nicht strukturlos zu sein. Ich habe durchaus feste Themen im Kopf (oder besser gesagt: im Herzen). Aber ich bleibe aus mehreren Gründen flexibel: Ich kann meine Angebote besser ausrichten und an dem anpassen, was gebraucht wird. Ich kann mir selbst Zeit für mich nehmen und dafür sorgen, dass ich gute Rahmenbedingungen habe. Und ich sperre mich selbst nicht in ein festes Korsett ein, was meiner Persönlichkeit und meinen Lebensmotiven so gar nicht entspricht.

Wie siehst Du das mit dem Planen?

Hast Du Pläne für Dein berufliches Jahr 2018? Oder lässt Du alles auf Dich zu kommen? Erzähle doch mal in den Kommentaren, wie Du dazu stehst. Ich bin gespannt 🙂

 

Photo by Carlos Dominguez on Unsplash.

2 Kommentare
  1. Katinka
    Katinka says:

    Meine liebe Sandra,
    Dein Wirken und Dein Tun, Deine Klarheit mit der Du die Dinge (be)greifen und in Worte packen kannst und vor allem die Art, wie Du eine Krankheit – Deine Krankheit – angenommen hast und sie als Wegweiser fürs Leben nutzt, anstatt sie hilflos zu verteufeln, machen Dich zu einer Person, der ich unglaublich viel Respekt entgegenbringe!
    Ich bin sehr froh, dass wir uns kennengelernt und seitdem immer wieder ausgetauscht haben. Ein Austausch auf Augenhöhe unter Gleichgesinnten was die Selbstständigkeit angeht. Ein Austausch bzgl Deiner Krankheit, bei dem ich sehr viel von dir lernen durfte und es immer noch tue.
    Schön, dass es Dich gibt!

    Antworten
    • Sandra Lotz
      Sandra Lotz says:

      Liebe Katinka,

      Deine wunderbaren Worte geben mir gerade sehr viel schöne, positive Energie. Und so ist es mit Dir immer: Nach jedem Austausch fühle ich mich inspiriert und in meinem Tun unterstützt.
      Dafür danke ich Dir von Herzen! Und so schön, dass wir uns gefunden haben!

      Alles Liebe
      Sandra

      Antworten

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